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Energie die bewegt


Statt Porsche 993 nun Citroen C-Zero


Posted on 12.11.2012 , by Oliver Zechlin in Interview . No Comments

Statt Porsche 993 nun Citroen C-Zero

Vor kurzem besuchte ich meine Mutter in Nürnberg, und fand es spannend statt des gewohnten Porsche 993 Cabrio nun einen Citroen C-Zero auf dem Tiefgaragennachbarstellplatz parken zu sehen. Wie es dazu kam, im nachfolgenden Interview.

Q: Herr M., Ihren Tiefgaragenstellplatz zierte vor kurzem noch ein Porsche 993 Cabrio. Nun steht dort ein Citroen C-Zero. Wieso, weshalb, warum?
A: Ich fahre seit zweiten Oktober den C-Zero. Es ist ein tolles, anderes Fahren. Ich habe immer schon gesagt, wenn ein neues Auto dann ein Elektroauto, keinen Hybrid. Ich fuhr den Porsche sehr wenig und wollte den 17 Jahre alten 993 eigentlich behalten. Und dann hatte es schönes Wetter und er sprang nicht an, und ich war verärgert. So stellte ich das Auto mal zu Probe ins Netz. Ich konnte mich vor Anrufen nicht retten. Der erste Interessent kam sofort von Köln nach Nürnberg gefahren, akzeptierte den Preis, und der Porsche war weg. War gut so, und nach kurzer Trauerphase ging es auf Autosuche. Es sollte was benzinsparendes sein, denn immerhin brauchte ich zumindest in der Saison 2004-10 ca. 350€ Sprit für meine beiden Autos – im Monat…

Q: Wie und warum fiel die Wahl auf den C-Zero?, wie und wo informierten Sie sich vorab?
A: Der C-Zero ist kompakt und für die Stadt einfach ideal. An sich sind diese Autos noch zu teuer. Erster Preis für den C-Zero war 35T€, und z.Zt. kostet er Liste 29.9T€. Der Verkäufer sagte uns z.Zt. gibt es eine Aktion für Gewerbekunden. 17.5T€ zzgl. MwSt. würde er kosten, und ob wir mal eine Probefahrt machen möchten. Und dann war es geschehen. Das ist ja ein richtiges Auto, zieht ab wie der Porsche, bloß lautlos. Und bei dem Preis…

Q: Welche Fahrzeuge hatten Sie sich denn noch angesehen?
A: Renault ZE Elektrofahrzeuge. Was mir am Konzept von Renault jedoch nicht gefällt: das Auto ist schon teuer genug, und dann muss ich neben dem Fahrstrom auch noch mindestens 79€ im Monat für die Batteriemiete zahlen. Batteriemiete ist nichts für mich. Beim Citroen C-Zero habe ich zugegebenerweise weniger Elektronik-Schnickschnack als beim neuen Renault ZOE – aber der Wagen hat alles was ich brauche, und die Batterie gehört mir. In der engeren Wahl waren noch der VW UP und der neue Ford B-Max.

Q: Vom Porsche zu einem „spinnerten“ Elektrokleinwagen – wie waren die Reaktionen von Freunden und Familie?
A: Die Reaktionen waren meist neutral bis begeistert. Manche meinten ich wäre krank und konnten sich das gar nicht vorstellen. Porsche fahren ist keine Vernunft, sondern Philosophie – und scheinbar wird man im Alter vernünftig.

Q: War es aufwendig, damit teuer, eine Stromversorgung an Ihren Tiefgaragenstellplatz zu bekommen?, welche Art des Anschlusses und Verkabelung setzen Sie dort ein?
A: Teuer war es nicht – wenn man einen Elektromeister als Schwiegersohn hat. Er legte schon vor ein paar Jahren ein Kabel von meinem Keller zum Stellplatz. In einem abschließbaren Kasten sind zwei normale Steckdosen. Im Winter hing da der Porsche mit einem Ladegerät über den Zigarettenanzünder dran. Jetzt wird der Kasten gegen einen größeren ausgetauscht damit das Ladegerät Platz hat, und der Kasten wieder abschließbar ist. Ich bin allerdings wohl der Einzige bei uns in der Tiefgarage mit eigener Steckdose am Stellplatz.

Q: Welche Nachteile haben Sie bislang erlebt?
A: Nachteilig ist eindeutig der Mangel an Möglichkeiten zur Schnellladung. Es gibt zwar mit Sicherheit innerhalb der Reichweite des C-Zero’s genügend Ladestationen – aber keine davon entspricht meines Wissens dem sogenannten CHAdeMO Standard. Der C-Zero und dessen baugleichen Brüder (Mitsubishi i-Miev, Peugeot iOn), sowie der Nissan LEAF, nutzen den japanischen Schnellladestandard. Dieser basiert auf Gleichstrom, mit dem in Japan üblichen Stecker, und ist nicht mit dem hiesigen Ladesystem kompatibel. Sechs Stunden Kaffeetrinken ist dann doch etwas viel, wenn ich auf Ausflug bin und wieder nach Hause möchte. Für die längeren Fahrten nutzen wir unser zweites Auto, mit Benzinmotor. Kritisch wird es manchmal wenn einem die Fußgänger oder Radfahrer vors Auto laufen oder fahren weil sie kein Auto hören oder vermuten.

Q: Was gefällt Ihnen am elektrischen Fahren besonders?
A: Die Ruhe und das Abbremsen wenn man den Fuß vom Gas nimmt. Und das Drehmoment wenn es mal schnell gehen soll.

Merci, Herr M.





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