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Energie die bewegt


CITROËN C-ZERO Testbericht


Posted on 06.08.2013 , by Oliver Zechlin in Test . No Comments

CITROËN C-ZERO Testbericht

Citroën ist wahrhaft kein Neuling in Sachen Elektromobilität: der französische créateur d’automobiles verkaufte bereits vor mehreren Jahren über 5.500 Elektrofahrzeuge, wie z.B. AX, Saxo und Berlingo. Mit dem viersitzigen Kleinwagen C-Zero frischte Citroën seine dann rein verbrennungsmotorbetriebene Fahrzeugpalette Ende 2010 um einen 100 Prozent elektrisch angetriebenen Kleinwagen auf.

C-Zero, ebenso wie Peugeot iOn, sind Schwestermodelle des Mitsubishi i-MiEV (die Abkürzung steht für Mitsubishi innovative Electric Vehicle und hat nichts mit Elektronenduft zu tun) – die sogenannten Drillinge. Der i-MiEV basiert auf dem 2006 eingeführten Verbrennerfahrzeug Mitsubishi i.

Der Citroën C-Zero wird von einem Synchronmotor mit Permanentmagnet und einer Nennleistung von 49 kW (67 PS) von 4.000 bis 8.800 min-1 angetrieben. Das maximale Drehmoment von 196 Nm liegt von 0 bis 300 min-1 an. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 130 km/h, von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Citroën in 15,9 Sekunden.

Zum Frühjahr 2013 gab es einige Änderungen: Der Elektromotor verfügt nun über ein Drehmoment von 196 Nm – statt wie ursprünglich 180 Nm. Zudem wurde die Anzahl der Batteriezellen von 88 auf 80 gesenkt. Mit der neuen Batterie sank das Leergewicht des Fahrzeugs um 55 kg auf 1140 kg. Um die Aufladung der Batterie zu erleichtern, ist in der Schweiz ein neues, adaptives Ladekabel beigelegt, das erkennt, an welche Steckdose es angeschlossen ist. Je nachdem, welche Steckdose benutzt wird, beträgt die Ladezeit entweder sechs Stunden (14 A) oder 11 Stunden (8 A). An einer speziellen Schnellladesäule, die nach Standard CHAdeMO 400V Gleichspannung und bis zu 125 A liefert, was einer Leistung von bis zu 50 kW entspricht kann die Batterie in nur 30 Minuten auf 80 Prozent ihrer Maximalkapazität geladen werden. Die Reichweite des Citroën C-Zero blieb mit ca. 150 km (NEFZ-Zyklus) unverändert.

Eine besondere Kalibrierung des Fahrpedals erlaubt es, den Citroën C-Zero auf zwei verschiedenen „Registern“ zu fahren: Auf etwa der ersten Hälfte des Fahrpedalweges ist die Charakteristik so gewählt, dass der Wagen bei möglichst geringem Energieverbrauch gut im Verkehr mitschwimmen kann, auf der zweiten Hälfte des Pedalweges steht die volle Leistung des Citroën C-Zero zur Verfügung.

Mit einem Radstand von 2550 mm bietet der C-Zero vier echte Sitzplätze und einen Kofferraum mit 166 Litern Volumen. Mit den separat umklappbaren Rücklehnen sind auch 800 Liter Kofferraum bei zwei Personen möglich. Zuladen darf man 255 kg Nutzlast. Mit 3,48 m Länge und einem Wendekreis von neun Metern ist der Citroën C-Zero im Stadtverkehr sehr wendig und kehrt damit sogar enger als der frisch vorgestellte BMW i3. Mit nur 1,475 m Breite passt der Schmalhans auch in noch so enge Garagen (und italienische Altstadtgässchen).

Während der C-Zero bei Citroën Deutschland laut Webseite weiterhin offiziell erhältlich ist, pausiert er bei Citroën Schweiz. Das japanische Original wird bei Mitsubishi weiterhin angeboten, für interessante 25.000 CHF.

Ein Hauch von Premium: Mit dem Citroën eTouch verfügt der C-Zero serienmässig über ein Servicepaket, das unter anderem ein Notruf- und Assistance-System beinhaltet.

Soweit zur Theorie, wie bewährte sich der Wagen bei uns im Praxiseinsatz?

Aussen und Innen

Der von Citroën Schweiz zur Verfügung gestellte C-Zero kam in der schönen Farbe Himbeer. Die Farbe wirkt elegant, und gefiel jedem, ob gefragtes Männ- oder Weiblein. Sechs weitere Farben stehen zur Auswahl, wobei ich den C-Zero in natura in der auch offerierten Farbe Gelb Soleil noch nie gesehen habe. Bei der Innenraumtextilfarbe gibt es keine Auswahlprobleme: es gibt nur die Stofffarbe Parfait Knit Camel, ein beiges Braun. Man stelle sich einen Kamelhaarmantel vor. Auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig anders, aber wohnlich warm. Der Dachhimmel hat etwas von abgehangenem Stofftier 😉

Das Design des Fahrzeuges ist für den Einen oder Anderen gewöhnungsbedürftig, Kommentare wie „Aschenputtelkutsche“ oder, wegen der Frontscheinwerfer, „Furby“ fielen. Ich bin ein Freund von schnörkellosem Design – mir gefällt der Wagen sehr gut. Ich fahre allerdings auch Audi A2, und finde dessen Design zeitlos funktional und elegant. Der seit 1999 gebaute A2 wirkt auch 2013, immerhin über ein Dutzend Jahre später, modern. Ähnlich geht es mir mit dem C-Zero. Dieser wirkt auf mich ebenfalls zeitlos modern.

Die Bedienung und das Cockpit

Den Citroën C-Zero zum ersten Mal zu bedienen ist sehr leicht: Es genügt, den Zündschlüssel zu drehen, bis ein Tonsignal ertönt und eine grüne Kontrollleuchte im Instrumentenbrett „Ready“ signalisiert (diese dürfte gerne auch wieder ausgehen und sich nur warnend melden, falls ein Problem auftritt), und dann den Wählhebel (von der Art, wie man sie von Automatikgetrieben kennt, leider mit unnötig hakeliger Schaltgasse) auf die Position für Vorwärtsfahrt zu stellen. Bei jedem Start nerven, zumindest nur optisch, die Warnsignale für die nicht-angelegten Sitzgurte der nicht-mitfahrenden Rücksitzpassagiere. Und es dauert eine gute Zeit bis diese wieder verlöschen. Generell ist der mit japanischen Genen versehene C-Zero akustisch piepend sehr mitteilungsfreudig, zum Beispiel wenn ich mit offener Türe im Fahrzeug sass. Wäre es mein eigener C-Zero würde ich versuchen dies zu unterbinden, zur Not mit einem Seitenschneider…

Ein Start-Stopp-Knopf statt Retro-Zündschlüssel-Mechanik wäre noch nutzungsfreundlicher. Der kleine Stromer befindet hier allerdings in bester Gesellschaft: Die konstruktionstechnisch bereits gereifte Elektroikone, der TESLA Roadster, weist ebenfalls ein Schlüsselloch auf. Andererseits: gut das es einen Zündschlüssel gibt, bei einem keyless-go System wüsste ich womöglich nicht, wohin mit dem Transponder-Schlüssel. An Ablagen mangelt es etwas, besonders für so fahreressentielle Dinge wie eine gut greifbare Sonnenbrille. Im Cockpit befinden sich auf Lüftungsdüsenhöhe links und rechts zwei herausklappbare Dosenhalter. Diese könnte man für Sonnenbrille und Co. zweckentfremden. Ich hatte im fahrerseitigen Dosenhalter mein Smartphone mit Navigationssoftware abgelegt – ein prinzipiell guter Platz dafür. Leider sieht man wegen des Lenkrades und Blinkerhebels nicht mehr viel vom Display – gut dass die Navi-app auch gute Sprachanweisungen ausgibt. Prinzipiell wäre eine solche Smartphone-Halterklappe, fahrzeugtypunabhängig, eine gute Idee, am Besten noch mit integrierter USB-Buchse aber nicht im Airbag-Auslösebereich.

Zusätzlich zu den klassischen Anzeigen beinhaltet das Armaturenbrett des Citroën C-Zero ein Zeigerinstrument, das bei eingeschalteter „Zündung“ die aktuelle Beanspruchung der Batterie anhand farbig gekennzeichneter Skalenbereiche anzeigt: Der dunkelblaue Bereich bedeutet, dass die Batterie bei der Fahrt durch die Energie-Rückgewinnungs-Funktion aufgeladen wird, ein hellgrüner Bereich zeigt eine sparsame Nutzung des Stromvorrates an, ein weißer Bereich zeigt, dass die Batterie stärker entladen wird. Die Anzeige für den Kraftstoffvorrat wird auch bei diesem Elektrofahrzeug natürlich durch eine Ladungsanzeige der Batterie ersetzt. Wenn das Mindestladungsniveau erreicht ist, wird einige Zeit nach einer Warnung an den Fahrer zunächst die Versorgung der Komfortausstattung gekürzt. Als nächstes wird die abrufbare Motorleistung verringert, um noch etwas Reichweite herauszukitzeln und das Fahrzeug sicher am Strassenrand abstellen zu können.

Das Cockpit und dessen Anzeigen sind für mich u.a. Kritikpunkte am Fahrzeug. Zum Einen wäre da wieder das vermaledeite hochglänzende „Klavierlack“-Plastik“ welches nur darauf wartet, den Fahrzeugeigner durch Staub, Fingerabdrücke und feine Kratzer durch das Abwischen zu ärgern. Zum Anderen stört mich die Anmutung und Ausführung der obig genannten, unnötig billigen Instrumente. Mich erinnert das jedes Mal an Tamagotchi und 80er Jahre. Ein paar Yen mehr für zeitgemässe Displaytechnologie und Materialien wären gut investiert. Neben der Präsentation ist mir auch die dargebotene Information etwas dürftig. Gerne würde ich gleichzeitig z.B. Restkilometer und Tageskilometer angezeigt bekommen. Nicht angezeigt werden z.B. Aussentemperatur!, batterierelevante Informationen wie aktueller Verbrauch in Watt/Kilometer oder die Uhrzeit. Es mag banal tönen, aber die fehlende Uhr ging uns oft ab. Der C-Zero hat ein Citroën-spezifiziertes Autoradio mit Bluetooth-Handyanbindung. Der Produktmanager hat leider kein Autoradio mit integrierter Uhrzeitanzeige selektiert, schade. Für ein paar Franken/Euro lässt sich der Makel mit einer selbstklebenden Uhr lösen. Eine ordentlicher Bordcomputer lässt sich ebenfalls nachrüsten. Dazu benötigt man ein Android Smartphone oder Tablet, einen kompatiblen OBD2-Bluetooth-Adapter, sowie die passende Software.

Einsteigen und Sitzen

Ein paar Yen mehr täten auch der Tür, und deren Verkleidung gut. Das Türschliessgeräusch tönt sehr windig. Der innenliegende Türöffner aus silbergefärbtem Kunststoff erinnert sehr an Dacia und plastic bombastic. Man fühlt dies bei jedem Öffnen der Türe, d.h. sehr oft. Ein bisschen mehr Wertigkeit bitte! Wenn es der Nachrüstmarkt hergäbe, ich würde mir metallene Türöffner gönnen.

Die Sitze sind bequem, haben allerdings recht knappe Beinauflagen. Lang gewachsene Fahrer werden eventuell von der Sitzverschiebung nach hinten ausgebremst: Testsitzen tut Not. Die vorderen Sitzlehnen lassen sich mittels Hebels in der Neigung verstellen. Auch wenn man die Lehne zwecks Durchladung in horizontaler Stellung möchte, geht dies sehr schnell. Zudem ist der Hebel handgelenkschonender als der Lehnenverstelldrehknopf von Autos wie VW & Co. Von der Kopffreiheit her, gibt es hingegen bestimmt keine Probleme, vorne wie hinten: diese ist dank der Dachlinie sehr grosszügig. Breit gewachsene Fahrer müssen mit den schmalen Sitzen zurechtkommen, und die dadurch in der Beckengegend drückende Sitzgurtschnalle tolerieren. Für mich als Durchschnittsfahrer (Grösse und Gewicht betreffend, natürlich nicht meine Qualitäten als Lenker…) gab es nichts auszusetzen. Die Sitzposition ist schön hoch, das Einsteigen gelingt dank der weit öffnenden Türen mühelos, auch hinten. Durch die erhöhte Sitzposition hatte ich eine gute Rund-um-Sicht. Das Sitztextil ist sehr glatt. Bei noch keinem anderen Auto sind mir die auf den Beifahrersitzen abgelegten Dinge derart ins Rutschen gekommen. Sehr gut: die Bezüge der Sitze können, dank Reissverschluss, abgenommen und gereinigt werden.

Annehmlichkeiten

Zur Freude der Dame des Hauses kam der C-Zero mit einem Haltegriff auf der Beifahrerseite. Dem vorderen wie auch hinteren Haltegriffen fehlen leider Sakko-Haken. Moniert wurde die fehlende Spiegelbeleuchtung in der beifahrerseitigen Sonnenblende. Was gar nicht geht: der C-Zero hat nur auf der Fahrerseite eine Sitzheizung. Weiterhin ist die Position des Sitzheizungsschalters nicht gut zugänglich. Bei sommerlichen Temperaturen testete ich den Popowärmer nicht. Dafür die Fahrt mit offenen Fenstern. Mit vier heruntergelassenen grossen Fenstern kommt viel Frischluft und Sommerfeeling ins Fahrzeug. Bei Stadtgeschwindigkeit fingen die hinteren (nichtgenutzten) Gurte das Flattern an. Eine mantamässige Ellbogenablage auf den vorderen Türen verleidete die harte Gummikante. Sehr positiv: die Klimaanlage leistet ganze Arbeit, und dies rasend schnell. Eine übermässige Wärmebildung im Auto verhindern auch die vorne leicht und hinten stärker getönten Fenster.

Schall und Isolierung

Was sonst noch auffiel: Das Lenkrad des Testwagens stand leicht schief. Kenne ich schon von meinem A2 und ist mehr ein optischer Makel. Das Blinkergeräusch ist synthetischer Natur. Was ich nun schon mehrmals gefragt wurde: warum nimmt man nicht ein vertrautes Relais-Klacken als Blinker-Ton. Dies würde seriös und sicher tönen, eben wie bei einem „richtigen Auto“. Mich störte der gewählte Sound nicht. Apropos Sound: nun ja, es tönt. Das verbaute Radio erfüllt ebenso seinen Zweck, wie die auch nur vorne installierten Türlautsprecher. Die hinteren Lautsprechertürausschnitte blieben leer. Das ist weniger aus akustischer Sicht schlimm, als aus Dämm- und damit Heizungsgründen. Im Elweb-Forum kann man nachlesen wie man Türen- und Türausschnitte dämmt. Der nächste Winter kommt bestimmt, die Reichweite dankt es. Im Elweb-Forum gibt es auch eine gute Anleitung zum Isolieren des Heizelementes – dies hängt, als Erbe der Verbrennerhistorie des Fahrzeuges, nämlich voll im dann winterlichkalten Fahrtwind. Effizient ist anders.

Wischer, Spiegel, ZV, Kofferraum und Dachträger

Sehr effizient funktioniert hingegen der grosse Einarm-Wischer. Die Lichtautomatik reagiert situationsbedingt dafür ab und zu zu träge. Der C-Zero war auch der erste Wagen, bei dem ich das Umschalten von Tagfahrlicht auf Ablendlicht, durch die Automatik gesteuert, sowohl visuell (durch Anzeige im Cockpit) als auch akustisch („klack“) wahrnahm. Prima, und schon premiumklassenwürdig: die automatisch an-/ausklappbaren Spiegelohren. Die Spiegel sind wahrhafte Segelohren nahezu elefantöser Grösse. Wohl eine Frage der Philosophie: man kann den C-Zero nur dann mittels Zentralverriegelungstaster am Fahrzeugschlüssel verriegelnd abschliessen, wenn alle Türen und der Kofferraum geschlossen sind. Eine Vorabschliessung geht nicht. Dies verhindert zumindest dass man sich versehentlich mit noch im Wagen liegendem Zündschlüssel ausschliesst. Der Kofferraumdeckel öffnet für meine 1,81 m Standardgrösse ausreichend hoch. Den Kopf kann ich mir daran nicht anstossen. Sollte der Kofferraumplatz nicht genügen – der C-Zero darf einen Dachgepäckträger schultern. Die zulässige Dachlast inkl. Trägergewicht beträgt 43 kg. Der Kofferraum, bis zur Dachkante beladen, schluckt schon recht ordentlich. In Zürich sahen wir einen C-Zero mit zwei Kindern in Kindersitzen auf der Rücksitzbank, und deren Kleinkindernotwendigkeiten (Buggies etc.) im Kofferraum verstaut. Oben auf dann noch ein unbestückter Dachträger.

Fahren, fahren, fahren

Auf „D“ geschalten und Fuss vom Bremspedal genommen – der C-Zero rollt im sogenannten „creep“-Modus automatiktypisch los. Dabei bleibt er wie der Dieb in der Nacht lautlos und emittiert kein Fussgängerwarngeräusch. Nehme ich den Fuss vom Strompedal setzt sofort, und relativ stark, die Rekuperation ein. D.h. der Wagen bremst und speist die rückgewonnene Energie in die Batterie. Möchte ich ohne Antriebseinfluss rollen („segeln“) kann ich den Gangwahlhebel während der Fahrt in die „N“ (Neutral) Stellung bewegen. Die Beschleunigung in der Stadt gefällt mir sehr gut, er fährt sich sehr spritzig. Auch bergauf ist der kleine C-Zero erstaunlich leistungsstark. Fahre ich etwas forscher in einen Kreisverkehr machen sich die schmalen Vorderreifen (vorne 145/65 R 15, hinten 175/55 R 15) stark untersteuernd bemerkbar. Dabei bleibt er stabil, keine Sorge. Kurvenräuber sollten sich allerdings einen anderen Untersatz wählen, dafür ist er nicht gemacht. Die Federung und Strassenlage vom C-Zero ist angenehm, ein guter Kompromiss aus Sicherheit und Komfort. Der Antrieb ist kaum zu hören, die Wind- und Abrollgeräusche werden bei höherem Tempo recht laut.

Die Steuerung/Lenkung ist in der Stadt sehr angenehm, bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn zu weich und indirekt. Auf der Autobahn ist man auch gefühlt schneller als man tatsächlich unterwegs ist – was gut für die Reichweite ist. Bei höheren Geschwindigkeiten bemerkt man auch die Windempfindlichkeit, welche aus der Kombination von Karosserieform und schmalen Reifen resultiert. Die Bremsen neigen bei hoher Beanspruchung (mehrere starke Bremsvorgänge hintereinander, kein wirklicher Alltagstest) zum Faden.

Laden und Verbrauch

Die mitgelieferte portable Ladebox kommt ohne dedizierte Tasche oder Verstaumöglichkeit. Ich nehme hierzu gerne eine der leichten Werbetaschen aus Kunststofffaser welche auf Messen verteilt werden. Der standardmässige Typ 1- SAE J1772 Stecker hat leider keine LED-Taschenlampe integriert. Während des Ladens via Haushaltssteckdose ging der Batterielüfter kurz an, um daraufhin wieder zu verstummen. Während der CHAdeMO-Schnellladung lief er den ganzen Ladevorgang. Für das Laden von kleinen digitalen Gadgets kommt der C-Zero mit einer in der Mittelkonsole verbauten USB-Buchse. Laut spritmonitor.de verbrauchender C-Zero und seine Geschwister im Schnitt 15-16 kWh pro 100 km ab Steckdose.

Wochenendausflug und die längste Elektroautoparade der Welt

Wir hatten den C-Zero drei Wochen zur Verfügung, und fuhren 830 km damit. Es waren meist kürzere Fahrten inkl.  Teilnahme an der Weltrekord-Elektroautoparade in Zürich – und wir fuhren mit ihm auch eine gefühlte Langstrecke in die Kurzferien.

Die Langstrecke von Zug nach Unterterzen am Walensee war allerdings auch nur etwas über 70 km lang, meist auf der Autobahn. An dieser Stelle sei generell einmal hervorgehoben, dass sich einem durch Elektromobilität, und der damit einhergehenden reduzierten Reichweite und Geschwindigkeit, neue und interessante Welten eröffnen. Unser Kurzferienziel nahmen wir bislang noch nie bewusst wahr, obwohl wir schon oft im Audi A2 daran auf der Autobahn vorbeifuhren. Toni der Testgrosspudel verbrachte die Fahrt tiefenentspannt im Kofferraum, unser und sein Gepäck transportierten wir auf der Rücksitzbank. Mit viel zu hoher Restreichweite, sprich ich hätte durchaus auf der Autobahn durchaus etwas flotter unterwegs sein dürfen, kamen wir am Zielort an. Diese Erfahrungswerte kommen mit der Zeit. Vorort im Resort Walensee war dann Aufladen angesagt. Dies klärten wir vor der Buchung ab, und bekamen die Lademöglichkeit auch bestätigt. Nur gut das wir mit dem ladetechnisch-genügsamen C-Zero anreisten. Mehr als Haushaltssteckdose war nicht drin. An keinem der sehr vielen Parkplätze befand sich eine CEE-Dose! Wir wurden zum Büro des Resort-Haustechnikers geschickt. Dieser fährt im Resort selbst elektrisch, mit einem mehrere Jahre alten Peugeot Partner Kastenwagen und offerierte uns die im Pausenraum liegende Steckdose aus welcher das Radiogerät ausgesteckt wurde. Durch das gekippte Fenster legte ich das Kabel nach aussen. Diese Variante hatte zumindest den Charme, dass das Ladegerät sicher und trocken untergebracht war. Die Heimfahrt verlief noch entspannter, da wir grösstenteils Landstrassen fuhren, welche in der Schweiz auf 80 km/h begrenzt sind.

Auf der Fahrt zur Teilnahme an der längsten Elektroautoparade in Zürich nutzten wir die reichweiten- und zeitschonende Variante der Fähre über den Zürichsee. Als Vorbote der Parade setzte mit uns ein Bruder im Geiste über, ein weisser Mitsubishi i-MiEV. Die Drillinge und TESLA Roadster stellten auch bei der Parade die grösste Gruppe innerhalb des emissionsfreien Korsos dar. Toni fuhr (gesichert) die Parade im Kofferraum mit – mit der Besonderheit, dass ich die Heckklappe offenstehen liess. Es war sehr warm und sonnig, so kam genügend Frischluft in den Innenraum während die nicht vorhandenen Autoabgase draussen blieben.

FAZIT

Wie ich hier in unserer Heimatstadt Zug tagtäglich sehe: der Citroën C-Zero passt sehr gut in den Fuhrpark vieler Unternehmen, Behörden und Gemeinden. Er eignet sich natürlich genauso gut für Privatleute, die ein leicht zu bedienendes, leises, kompaktes Fahrzeug mit grosszügigem Innenraum und wenig Verbrauch wünschen. Das spritzige Fahrzeug löste sogar schon einen Porsche im privaten Fuhrpark ab.

Der C-Zero ist auf das Wichtigste reduziert, für meinen Geschmack etwas zu konsequent (Uhr, minimalistisches Cockpit). Für das was er vorgibt zu sein, ein kompaktes Stadtauto, spritzig und leicht zu bedienen, übertrifft er sogar meine Erwartungen. Er erinnert mich an den Smart, aber eben mit vier Sitzplätzen. Mit dem C-Zero ist man auch King of the Parkhaus. Der wieselige Wagen ist so schmal, da fällt das auf- und abzirkeln sehr leicht – und macht Spass.

Jeder Mitfahrer war ob des Wagens sehr positiv überrascht. Er bietet erstaunlich viel Platz für Personen und Transportgut, und benötigt selbst wenig Parkfläche. Testhund Toni, auch wenn dieser wegen der hohen Kofferraumladekante hinein-/herausgehoben werden musste, fand den C-Zero ebenfalls sehr sympathisch. Er fühlte sich sehr wohl. Toni ist kein Freund des Mitfahrens im Audi A2 – die Fahrten im Citroën genoss er dagegen sichtlich. Auch Frauchen. Diese gefragt mit welchem Auto sie fahren möchte: „dem Zero“. Sie hätte ihn gerne behalten.

ADAC – i-MiEV Test (PDF)
ADAC – Peugeot iOn Test (PDF)

TCS – Test (PDF)

elweb Forum
elweb Forum – Borcdomputer Android App für C-Zero & Co

elweb Forum – Heizelement isolieren spart viele KW
Spritmonitor.de – Die Verbrauchswerte der Drillinge ab Steckdose

My iMiev.com Forum (englisch)

Wikipedia iMiEV

 





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