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Energie die bewegt


Opel Ampera-e Vorstellung


Posted on 16.11.2016 , by Oliver Zechlin in Allgemein . No Comments

Opel Ampera-e Vorstellung

Nach der Premiere des Opel Ampera-e auf dem Pariser Automobil-Salon wurde der reichweitenreiche Kompakt-Stromer Mitte November der Presse in der Schweiz vorgestellt. Der für den Ampera-e verantwortliche Entwicklungsingenieur und Director Electrification Europe bei der Adam Opel AG Dr. Ralf Hannappel erläuterte engagiert und mit viel Herzblut den Opel Ableger des Chevrolet Bolt. Während die Produktion des für den amerikanischen Heimatmarkt vorgesehenen Bolt bereits anlief – und dieser sogar schon die Auszeichnung ‘2017 Motor Trend Car of the Year’ verliehen bekam – ist für die europäische Variante als Marktstart das Frühjahr 2017 geplant. Welche europäischen Länder den Ampera-e Corso anführen werden, und wie viele Einheiten für die Länder vorgesehen sind, wurde noch nicht kommuniziert. Auch beim Preis hält man sich weiter bedeckt, und wird diesen erst zum Marktstart bekannt geben. Die Geneva International Motor Show (9.-19. März 2017) würde sich terminlich dafür anbieten. Ich erwarte einen Preis in der Größenordnung EUR 43’990,– bzw. CHF 48’900,–.

Die Batterie mit einer Kapazität von 60 Kilowattstunden besteht aus insgesamt 288 Lithium Ionen-Zellen und wurde von GM gemeinsam mit dem langjährigen Entwicklungspartner LG Chem konstruiert. 60 Kilowattstunden sollen für fast 400 Kilometer im WLTP-Zyklus reichen. Die thermisch-kontrollierte Batterie schlägt mit 429 Kilogramm zu Buche (Leergewicht: 1616 kg). Der Ampera-e überzeugt nicht nur im Batteriefach. Auch seine Leistungsdaten versprechen Fahrspaß: Insbesondere Ampelstarts sollten dank der 360 Newtonmeter zu den Paradedisziplinen des Opel Ampera-e gehören. Von null auf Tempo 50 beschleunigt er in 3,2 Sekunden, der Zwischensprint beim Überholen von 80 auf 120 km/h dauert 4,5 Sekunden. Von null auf Tempo 100 benötigt der Ampera-e etwas mehr als sieben Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist zu Gunsten der Reichweite elektronisch auf 150 km/h begrenzt. Die Leistung des Elektromotors entspricht 150 kW, bzw. 204 PS. Der Opel Ampera-e mag keinen Insane oder Ludicrous Modus wie ein Tesla haben – bei diesen wird mehr Leistung durch eine (stark) erhöhte Energieentnahme bei der Batterie erreicht, aber eine „Sport“ Taste. Diese bewirkt eine geänderte, sportlichere Pedalkennlinie.

Neben dem normalen „Drive“-Modus (D) gibt es noch den „Low“-Modus (L) bei welchem die Rekuperationsleistung erhöht ist. Bei anderen Herstellern entspricht dies wohl dem B-Modus. In einer dritten Stufe kann zusätzlich mit einer Wippe am Lenkrad manuell auf volle Energierückgewinnung geschaltet werden („Regen on Demand“). In den Modi „Low“ und „Low/Regen on demand“ ist das Schleppmoment so hoch, dass im normalen Verkehr nicht einmal mehr auf die Bremse getippt werden muss, um Geschwindigkeit bis zum Stillstand des Fahrzeugs abzubauen. So lässt sich der Ampera-e ausschließlich über das (Strom‑)Pedal fahren (One Pedal Driving).

Der Ampera-e ist von den Außenabmessungen dem B-Segment zugeordnet, einer Fahrzeugklasse in der z.B. der Konzernbruder Opel Corsa zu Hause ist. Die Großzügigkeit des Innenraums platziert das Fahrzeug im C-Segment – der Kompaktklasse. Der 4,17 Meter lange Ampera-e bietet Platz für fünf Passagiere und ein Kofferraumvolumen von 381 Litern. Möglich wird dieses Raumangebot durch die Anordnung der zehn Batterie-Module im Unterboden. Die Integration der Unterbodenbatterie in das Gesamtdesign erlaubt ein besonderes Komfortmerkmal: Kein Schweller stört im Einstiegsbereich. Dadurch können Fahrer und Mitfahrer besonders komfortabel ein- und aussteigen.

Obwohl der Opel Ampera-e wie sein Zwillingsbruder Chevy Bolt in Detroit vom Band läuft, wird nicht nur Firmenlogo und Name ausgewechselt. Der Opel bekommt verschiedene innere (z.B. typische Opel-Textilien) und kleinere äußere Modifikationen mit auf den Weg ins alte Europa. Zu den größeren Unterschieden zählt die Einparkhilfe welche nur für den Ampera-e erhältlich sein wird. Parkraum ist in Europa knapp und klein.

Wohl auf Grund der nur kleinen Stückzahlen, und damit verbundener Komplexität und Kosten, wird der Ampera-e leider kein dreiphasiges Ladegerät bekommen. Opel-Kunden müssen sich mit dem batterieschonend ladenden einphasigen Langsamlader zufrieden geben. Mit dem Einphasen-Onboard-Ladegerät erreicht man bei den üblichen Typ2 22kW AC-Ladesäulen maximal 7,2 kW Ladeleistung. Am dreiphasigen CEE16 11kW Anschluss in unserer Garage müssten wir uns mit 3,6 kW Ladeleistung zufrieden geben. Um die leer gefahrene üppige 60kWh Batterie wieder voll zu bekommen, müsste der Ampera-e bei uns einen dreiviertel Tag lang stehen und laden. An der Standardsteckdose mit 2,3 kW dauert es dann wirklich eine Ewigkeit. Wohl dem der eine CCS-Gleichstromladesäule in der Nachbarschaft hat. An dieser kann der Ampera-e mit maximal 50 kW geladen werden. Der Ampera-e hat die Typ2/CSS Ladebuchse vor der Fahrertüre – eigentlich der falschen Seite sollte die Ladesäule parallel zur Straße und Parkplatz aufgestellt sein. Wie auch beim Tesla muss man dann das Ladekabel über oder um das Fahrzeug legen.

Opel erwartet, dass CSS-Ladesäulen den in D-A-CH üblichen 22 kW-Wechselstromladesäulen den Rang ablaufen werden. Derzeit wird noch mit potentiellen Partnern verhandelt um zum Marktstart eine eigene Ladekarte anzubieten. Die Rüsselsheimer sind jedoch nicht Bestandteil des angekündigten herstellerübergreifenden Konsortiums welches unter Federführung von VW, Audi, Porsche, Daimler und BMW entlang der europäischen Hauptverkehrsachsen eine dreistellige Zahl an Stromtankstellen planen.

Um das Alleinstellungsmerkmal in dieser Klasse – die 60kWh Batterie – mit einem noch-akzeptablen Kaufpreis in Einklang zu bringen musste an manchen Stellen der Rotstift angesetzt werden. Diesem fiel z.B. die Wärmepumpe, oder auch das LED-Abblendlicht zum Opfer. Immerhin gibt es eine Lenkradheizung. Leider wird es heckseitig weder eine AHK-Fahrradträgerlösung, noch das Opel FlexFix-System geben. Immerhin ist Dachlast zugelassen. Der Ampera-e bekommt ein zeitgemäßes Infotainmentsystem: Das Opel IntelliLink-System ist Apple CarPlay- und Android Auto-kompatibel.

Ich bin gespannt auf Marktpreis, Marktstart und natürlich die Testfahrt im Opel Ampera-e.

Opel – Ampera-e

Opel POST – METROPOL-E
Interview Opel Ampera-e (2016), Projektleiter zum neuen E-Opel
auto, motor und sport – Serien-E-Auto mit mehr als 500 Kilometer Reichweite
Wikipedia – Chevrolet Bolt

YouTube – Opel Ampera-e, very first drive
YouTube – 2017 Chevrolet Bolt EV Road Test
YouTube – 2017 Chevrolet Bolt Quick Drive | Consumer Reports

The 2017 Motor Trend Car of the Year award goes to the Chevrolet Bolt EV

(C) GM-Company (Fotos 1-18)





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