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Energie die bewegt


CITROËN DS5 Hybrid4 Testbericht


Posted on 18.06.2013 , by Oliver Zechlin in Test . No Comments

CITROËN DS5 Hybrid4 Testbericht

Der Ersteindruck ist ein positiver: der (die?) DS5 erscheint in einem eigenständigen, mutigen, aber nicht aufdringlichen Design. Etwas füllig, aber elegant. DS Modelle gehören bei CITROËN zur Premiumklasse und sollen an den Mythos Déesse (die Göttin), welche von 1955-1975 produziert wurde erinnern. DS, die Marilyn Monroe unter den französischen Fahrzeugen.

Das Fahrzeug ist ein Diesel-Hybrid: ein Ladekabel gibt es daher nicht. Die verbaute 1,2 kWh grosse Sanyo Nickel-Metallhydrid-Batterie erlaubt eine rein elektrische Reichweite von maximal 4 Kilometern. Realistisch sind über das Jahr eher 2-3 Kilometer.

Der CITROËN DS5 Hybrid4 hat noch zwei PSA-Konzernbrüder mit dem gleich Antriebsmodul: Peugeot 3008 Hybrid4 und Peugeot 508 RXH. Auch in Skandinavien werden Diesel-Hybride produziert. Der Volvo V60 Plug-in Hybrid hat sogar einen 12 kWh-Akku.

Neu ist das Konzept nicht: Ein Blick zurück in die automobile Geschichte zeigt: es gab ihn bereits den Diesel-Hybrid. Der Audi A4 Avant Duo war 1997 der erste in Serie gebaute seiner Art. Nach nur ein paar Monaten stellte Audi das Modell wieder ein.

Das Testfahrzeug

Der etwas über 1’700 kg schwere Dieselbrummer in der sehr gut ausgestatteten Version SportChic hat einen Schweizer Listenpreis von CHF 56’600. Dazu kommen noch die Sonderlackierung Perlmutt-Weiss CHF 1’200 und das Sicherheitspaket (AFIL-Spurassistent, Fernlichtassistent) zu CHF 800. Optische Schmankerl wie mitlenkende Bi-Xenon Scheinwerfer oder Head-Up-Display sind bereits Bestandteil des SportChic.

Den Hybrid4 gibt es ausschliesslich mit dem aus dem PSA-Baukasten bekannten 163 PS Vierzylinder-Dieselmotor. Dieser wird durch einen von BOSCH gelieferten 37 PS Elektromotor unterstützt. Im Duett kommen so maximale 200 PS zum Einsatz welche von einem automatisierten Sechsganggetriebe geschalten werden.

Exterior

Im Grossen und Ganzen gefiel der raumeinnehmende Wagen allen befragten Personen. Das moderne Design mit seinen bi-color Felgen kam gut an. Als fast schon peinlich wurde das der symmetrischen Ästhetik geschuldete Doppelauspuff-Imitat genannt. Dies, plus die sehr grossen Räder passen nicht so recht zum Hybrid-Saubermann-Anspruch (NEFZ Verbrauch 3,4 l/100 km bei einem CO2-Ausstoss von 88 g/km).

Interior

Die Türen öffnen weit, mit gut überwindbaren Türschwellen. Die bequemen Ledersitze sind leicht erhöht platziert. Es steigt sich bequem ein. Moniert wurde das Fehlen eines „Frauen-/Rentner“-Handgriffs zum verkrampften Festhalten während der Fahrt oder leichterem Aussteigen.

Der Innenraum weiß zu gefallen. Die Anmutung empfand jeder der Mitfahrer als hochwertig und ästhetisch. Es ist eine schön anzusehende Mixtur aus moderat geschäumten Plastik, Lederapplikationen und silberner Carbonoptik. Meinem Auge gefällt es. Und dankenswerterweise wurde auf Hochglanzplastik („Klaverlack“) verzichtet.

Cockpit, Mittelkonsole und Dachhimmel haben etwas von einem Flugzeugcockpit. An Schaltern mangelt es nicht. Gerade die Bedienung der Schalter im Dachhimmel (Head-Up-Display, Panoramadach) wecken bei mir Luftfahrt-Assoziationen. Die Bedienschalter für die Fahrer- und Beifahrerfenster befinden sich in der Mittelkonsole. Um beide Fenster gleichzeitig zu öffnen/schliessen sind allerdings grosse Hände notwendig.

Der DS5 hat ein Panoramadach der besonderen Art. Es hat statt einer grossen, drei getrennte Jalousien zum Abdunkeln des Daches, für Fahrer, Beifahrer und hinten sitzende Mitfahrer. Ich als Fahrer kann von oben blendfrei mein Arbeit vollrichten, während Mitfahrer gemütserhellendes Tageslicht geniessen können. Leider hat es keine Schiebedachfunktion.

Die Sicht nach vorne wird etwas durch zwei Eigenheiten getrübt. Zum Einen ist der Rückspiegel von dominanter Grösse, und durch die flache Windschutzscheibe bedingt auch relativ tief angebracht. Zum Anderen weist die Karosserie eine doppelte A-Säule auf. Letztere Einschränkung nimmt man unterschiedlich wahr, je nachdem welches Fahrzeug man gewöhnt ist. Im Vergleich zur dicken A-Säule in meinem Audi A2 ist die des CITROËN DS5 frisch und luftig. In der erwähnten flach stehenden Frontscheibe spiegelt sich die Einfassung des Head-Up-Displays und der Scheibenlüftung. Das Ablesen der im Cockpit eingelassenen Analog-Uhr wird durch deren reflektierende Plastikabdeckung erschwert.

Als sehr angenehm empfand ich den leisen Innenraum während der Fahrt. Dämmglas sollte im Pflichtenheft aller Gleiter stehen.

Gut auch die Mittelarmlehne mit zwei Ablagen: eine kleine oben mit USB- und AUX-Anschluss für die mitgeführten digitalen Kommunikationsgeräte und Kleinkram, sowie eine grosse tiefe und sogar gekühlte Ablage. Letztere ist ideal für mitgeführte Getränke.

Der im Hybrid4 durch die Batterie eingeschränkte Kofferraumgrösse mag nicht begeistern. Zu Zweit mag man damit noch gut auskommen. Mit mehreren Personen an Bord wird es zwar im Innenraum nicht eng, dieser vermittelt ein luftiges Gefühl, aber das Kofferraumvolumen (325 Liter) bleibt auf der Strecke. Der VW Jetta teilt das Hybridisierungsproblem: Statt 510 Liter fasst dieser als Hybrid nur noch 374 Liter Gepäck. Ein grosser Hund passt definitiv nicht in den Kofferraum des DS5 hinein.

Antrieb / Fahren

Den ruckfreien Antrieb des Benzin-Hybriden Toyotas kennend war ich auf die Diesel-Kombo des DS5 gespannt. Würde ein Diesel ebenso leise und fluid agieren und dem Hybridplatzhirschen Paroli bieten können?

Um die Antwort vorweg zu nehmen: so ganz überzeugte mich der französische Antriebsstrang nicht. Im Vergleich zum Antrieb der Toyota-Hybriden hat er allerdings auch einige Vorteile und Alleinstellungsmerkmale.

Speziell ist das Fehlen der “P”-Position des Getriebwahlhebels: die “N”-Position übernimmt dessen Rolle, in Verbindung mit einer elektrischen Handbremse. In Schaltstellung “N” erweckt man den Wagen durch Drücken eines Anlasserknopfes zum Leben. Die elektrische Handbremse kann manuell gelöst werden, tut dies aber auch automatisch beim Losfahren.

Der DS5 kann in vier Modi betrieben werden. Der gewünschte Fahrmodus wird durch Drehradselektion eingestellt: AUTO (der DS5 entscheidet alles selbst, Normaleinstellung nach dem Anlassen), SPORT (für dynamische Fahrweise; der parallele Betrieb des Elektromotors ist bis zu einer Geschwindigkeit von 120 km/h möglich), ZEV (rein elektrisches Fahren) und 4WD (Allradantrieb).

Je nach ausgewähltem Modus kann der Antrieb des DS5 mit dem Elektromotor bei Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h (kurzzeitig) rein elektrisch erfolgen. Die Funktion des Elektromotors ist bis zu einer Geschwindigkeit von 120 km/h möglich. Bei höheren Geschwindigkeiten wird er ausgekuppelt. Der Permanent-Synchron-Elektromotor hat einen Nominalwert von 20 kW, mit einer Leistungsspitze von 27 kW welche vorwiegend beim Aufladen der aus 168 Zellen zusammengesetzten Hochspannungsbatterien durch Rekuperation erreicht wird.

Der Betrieb im Allrad-Modus ist permanent möglich (mit entsprechendem Verbrauchsaufschlag), selbst wenn die Hybridbatterie leer ist. In diesem Fall übernimmt der Starter-Generator die Funktion des Elektromotors und liefert eine Leistung von bis zu 8 kW, um die Hinterräder anzutreiben.

Fährt man langsam an, so ist dies mit elektrischer Ruhe verbunden. Aber wehe der Dieselmotor ist noch kalt. Schüttelnd erwacht er zum Leben, und vorbei ist es mit der Stille. Dazu kommen spürbare Schaltrucke, speziell bei noch kaltem Motor, des nur automatisierten Sechsgang-Getriebes.

Es mag technisch kein Problem sein, allerdings tat es mir schon fast körperlich weh wenn die Start-Stopp-Automatik in der Stadt mal wieder in kürzesten Abständen den dicken Diesel anwarf um ihn gefühlte zwei Sekunden später wieder abzustellen. An und aus, und an und aus. Der Prius mag dies ähnlich machen (?), als Fahrer bekommt man allerdings kaum etwas davon mit. Dort ist eher mehr ein dezentes Werkeln im Hintergrund. Verhindern kann man solches Verhalten mit einem Ändern des Fahrmodus auf ZEV, sollte die Hybridbatterie genügend Füllstand aufweisen.

Für meinen Geschmack schaltet das Getriebe oftmals zu spät hoch, deswegen half ich durch manuellen Eingriff mittels der Lenkrad-Paddles nach. Wegen der erwähnten Schaltrucke ist das Fahrgefühl beim Hochschalten des automatisierten Schaltgetriebes angenehmer, als beim Herunterschalten.

Angenehm: durch Gaspedalnutzung im Modus AUTO ist „segeln“ möglich, d.h. motor- und ausgekuppeltes Gleiten. Dazu bedarf es jedoch viel Gefühl im Fuss, und die entsprechende Erfahrung wann sich der Antrieb voraussichtlich wie verhält. Für mich war es sportlicher Ehrgeiz diesen Fahrzustand möglichst oft zu erreichen. Die Implementierung der Rekuperation ist CITROËN sehr gut gelungen. Diese verrichtet ihren Dienst nicht überengagiert, sondern gefühlt weich und angemessen.

Für die Leistung des Dieselmotors, auch in Verbindung mit dem Elektromotor im SPORT-Modus, ist die Beschleunigungsleistung allenfalls in Ordnung. Dem “Sport”-Anstrich wird der DS5 nicht gerecht. Ein Testproband monierte “grauenhaftes” Beschleunigen und eine in Kurven zu weiche elektro-hydraulische Servolenkung. Das Lenkrad fand generell wenig Freunde. Optisch zwar mit Leder und Metall gut gemacht (heizt sich das Metall im Sommer unnötig auf?), störten zwei Dinge: das Volant ist zu breit, und die unten (beinseitig) abgeflachte Form stört beim starken Einschlagen und auch Lenkrad “zurücklaufenlassen”. Sportlich gefahren ist der Frontantrieb deutlich spürbar. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 211 km/h. Schneller als 190 km/h bin ich den Wagen nicht gefahren. Auch bei dieser Geschwindigkeit lag der DS5 souverän, wohl dem hohen Gewicht geschuldet, auf der Strasse.

Dem grünen Hybrid-Anstrich (mit dem ein Hybrid derzeit wohl vorwiegend verknüpft wird) wird „la chaise hollandaise“ (der französische Präsident Hollande fährt einen DS5 hybrid4 als Dienstwagen) nicht gerecht. Der von CITROËN angegebene NEFZ-Verbrauch von 3,4 Liter kann, wie bei allen anderen Herstellern, im realen Leben nicht erreicht werden. Nach 1200 gemischt gefahrenen Kilometern (deutsche und Schweizer Autobahnen und Landstrasse, wenig Stadt) zeigte der Bordcomputer einen Verbrauch von 6,1 Liter auf 100 Kilometer. Bei spritmonitor.de ist der Durchschnittsverbrauch einen Tick höher.

Der Tempomat ohne Abstandsautomatik erlaubt fünf individuell programmierbare Begrenzungsstufen welche am Volant abgerufen werden können (z.B. Tempo 55, 85, 105, …). Das Einsetzen und die Deaktivierung der Temporegelung erfolgt weich und ohne spürbaren Ruck.

Spürbar hingegen ist ein Klopfen im Hintern – nämlich dann wenn das Assistenzsystem lane-assist aktiviert wurde. Dieses nimmt mittels Kamera Fahrbahnmarkierungen wahr, und warnt den Fahrer ab einer Fahrgeschwindigkeit von 80 km/h beim Überfahren einer Linie sofern der Fahrer nicht den Blinker setzte. Die Fahrerwarnung geschieht durch eine links- oder rechtsseitiges klopfende Vibration in der Sitzfläche.

Der Wendekreis des 4.53 Meter langen CITROËNs war gefühlt sehr gross. In unserem Büro-Parkhaus war der DS5 auf jeden Fall nicht zu Hause. Das natürliche Habitat des Diesel-Hybrids ist die Fernstrasse, nicht der beengte Innenstadtraum.

Eine Besonderheit des Hybridantriebs aus dem PSA-Konzern ist die Montage- und Betriebserlaubnis für eine Anhängerkupplung. Der AHK-Kugelkopf muss sich sogar nicht nur mit einem schnöden Veloheckträger zufrieden geben, sondern darf auch Hänger ziehen: die maximale Anhängelast gebremst beträgt immerhin 800 kg. Damit ist er den Toyota-Hybriden weit voraus. Diese dürfen nur in ausgewählten Ländern (z.B. USA) mit Agrarhaken verziert werden. Die Produktmanager der D-A-CH-Länder scheuten wohl den Zulassungsaufwand und machten sich mit ihrer Entscheidung keine Freunde.

Bedienung

Für einen mit aktuellem Austattungsschnickschnack versehenen Wagen konnte ich diesen, und nahezu alle mir bekannten zur Verfügung stehenden Funktionen auch ohne Handbuchstudium bedienen. Das Bedienkonzept haben die CITROËN-Ingenieure gut hinbekommen.

Immer wieder angenehm: keyless go. Der Wagen entriegelt sich automatisch beim Näherkommen der entsprechenden schlüsseltragenden Person, und lässt sich auf Knopfdruck starten. Der Schlüssel kann bei mir bleiben, oder kann der Ordnung oder Gewohnheit willens auch ins Cockpit gesteckt werden. Neben der dafür vorgesehenen Schlüsselöffnung befindet sich eine Eindock-LED die dem Schlüsselpiloten den Weg weist. Eine Kleinigkeit die zeigt: mitgedacht.

Schön gemacht, aber nicht mitgedacht: selektiert man die gewünschte Schaltstufe (R,N,D) verdeckt die schaltende Hand die rechts daneben liegende Schaltstufenanzeige (rote LEDs). Diese ist somit nur für Mitfahrer sichtbar. Von daher tut ein Blick ins Cockpit Not, dort wird der aktuelle Schaltstufenbuchstabe ebenfalls angezeigt. Und irgendwann hat man es eh im Gefühl.

Die neben dem Schalthebel liegenden Drehregler für Fahrmodus, sowie Infotainmentsystem sehen gut aus und liegen gut in der Hand. Die Drehreglerhaptik, speziell des Drehknopfes für das Infotainmentsystem, ist allerdings nicht sehr wertig. Gerade der Dreh-/Kipp-/Drückregler des Infotainmentsystems hätte eine sich solider anfühlende Mechanik verdient, wird dieser doch viel benutzt.

Die zwei-Zonen Klimaanlage ist leicht zu bedienen, ebenfalls über Drehregler, und zeigt die eingestellte Temperatur elegant und eindeutig an.

Das Infotainmentsystem mit ordentlich aufgelöstem 7” Display ist ohne Handbuchstudium verständlich bedienbar und nicht überfrachtet. Das Display wird auch für die (benötigte) Rückfahrkamera mit eingeblendeten Hilfslinien genutzt. Zwei Punkte gibt es bei der Kamera zu monieren: 1) im Dunkeln ist gut Munkeln, die Sicht nach hinten lässt allerdings zu wünschen übrig, dito bei Regenwetter 2) die Kameralinse ist neben einem der Kofferraumklappenöffnungsknöpfe (ein Taster ist im Wagen, einer am Fahrzeugschlüssel, und einer direkt an der Kofferraumklappe) platziert – mit der Folge dass zwangsläufig blindes Tasten nach dem Kofferraumöffner Fingerfett auf die Kameralinsenabdeckung appliziert wird.

Das Navigationssystem macht seine Sache gut, inklusive Fahrspuranzeige. Leider werden keine Strassennamen ausgesprochen. Die POIs (points of interest) überzeugten mich nicht, so wurden z.B. viele Tankstellen in Zürich nicht angezeigt obwohl schon jahrelang präsent. Merkwürdig: wenn das Fahrlicht explizit angeschaltet ist (AN, nicht AUTO) schaltete das Navi auch tagsüber auf Nacht-Anzeige (schwarzer Hintergrund)?

Überzeugt hat mich als normal-Musikhörer das Seriensoundsystem. Für den Hybrid4 ist das bei anderen CITROËN DS5 Modellen optional angebotene DENON-Paket nicht verfügbar. Dies liegt am Denon-Subwoofer dessen Platz die Hochvoltbatterie einnimmt.

Ich testete das Samsung Galaxy S2 (Jelly Bean; FW 4.1.2): initial harzte das Bluetooth pairing, nachdem sich Handy und Radio dann doch fanden war alles tip-top. Musikstreaming funktionerte, ebenfalls die automatische Wiederverbindung nach Fahrzeugneustart als auch die Telefoniefunktionen. Was nicht funktionierte: ein via USB-Kabel angeschlossenes iPhone 4s war im Flugzeugmodus nicht als “iPod” verwendbar. Mit aktivierter Mobilfunkverbindung konnte das iPhone den DS5 zur Musikwiedergabe animieren.

Apropos Audio: der Blinker klackt sehr laut. Der Komfortblinker blinkt dreimal pro Aktivierung.

Der Fahrer bekommt mittig vor ihm, klassisch, die Geschwindigkeit angezeigt (wenn auch digitalisiert). Links und rechts vom Tacho befinden sich weitere Anzeigen. Im linken Feld ist bei den nicht-hybridisierten DS5 der Drehzahlmesser, beim Hybridwagen ein Eco-Meter. Schade dass ich den Eco-Meter, der mir zu wenig Informationsinhalt hat nicht auf Drehzahlmesseranzeige stellen kann. Das Displayfeld rechts vom Tacho ist nämlich sehr wohl veränderbar (z.B. Energiefluss, aktueller Verbrauch und Reichweite, …), ganz nach Fahrer’s Gusto. Sehr löblich ist die sogenannte “Black Panel” Funktion: mit dieser kann ich alle Anzeigen, abgesehen von Geschwindigkeit, Warn- und Sicherheitshinweisen, deaktivieren. Weniger ist oftmals mehr.

Der getestete DS5 Hybrid4 SportChic besitzt auch ein Head-Up Display (HUD). Dies wird mittels deckenseitig angebrachtem Schalter ausgefahren. Die Informationseinblendungposition des HUD kann auf die Körpergrösse des Fahrers eingestellt werden. Die Darstellung ist scharf aufgelöst, und einmal positioniert sehr gut ablesbar. Der Fahrer wird über Tempo, Tempomatstatus (wenn aktiv) und Richtungssanweisung (wenn navigiert wird) informiert. Die Schriftfarbe der Geschwindigkeit ändert sich je nach Modus (blau = ZEV; weiss = Motor).

Auf den mit verstellbarer Oberschenkelauflage versehenen Ledersitzen sitzt es sich bequem. Diese sind etwas erhöht angebracht, der Einstieg auch wegen der sich weit öffnenden Türen einfach. Die Sitzeinstellungen für zwei Fahrer können programmiert und abgerufen werden. Natürlich ist eine Sitzheizung vorhanden. Diese ist dreistufig regelbar und spricht schnell an. Nicht überzeugen konnte die Massagefunktion der Sitze. Sie fühlt sich zu schwach an, und ist auch nur an einer Rückenpartie aktiv. “Überflüssiger Schnickschnack” trifft es wohl am Besten.

Der den DS5 zierende Heckspoilerbürzel verdeckt ziemlich viel rückwärtiges Verkehrsgeschehen, mehr als bei meinem Audi A2. Dies mag jedoch auch Sitzeinstellungs-/Fahrerabhängig sein. Besser als gar nichts ist der Mini-Heckscheibenwischer unterhalb des Spoilers.

FAZIT

Der CITROËN DS5 Hybrid4 200 SportChic begleitete mich mehrere Tage und rund 1200 gefahrene Kilometer. Der DS5 hatte die bisher kapazitätstechnisch kleinste Antriebsbatterie der von mir testgefahrenen Fahrzeuge. Qualifiziert sich ein reiner Hybrid mit schmalen 1,2 kWh überhaupt für einen Test mit Schwerpunkt Elektromobilität? Das nur limitiert mögliche elektrische Fahren macht Lust auf Mehr. Ein Hybrid ist daher ein Schritt in die richtige Richtung und öffnet den Horizont. Ein Stück weit kann Elektromobilität erfahren werden, mit dem Wunsch auf mehr Reichweite im Zero Emission Modus.

Während der Wagen ein „Sport“ am Bürzel trägt, so animierte er mich nicht sonderlich zum „sportlichen Fahren“ – was gut ist. Ich genoss vielmehr das Gleiten und die sportliche Herausforderung mit möglichst wenig Motoreinsatz auszukommen.

Die Hybridtechnologie hat PSA im CITROËN gut hinbekommen. An die Hybridanmutung im Toyota Prius kommt die Umsetzung nicht heran. Dies ist dem automatisierten Sechsganggetriebe sowie dem teilweise rumpeligen Diesel geschuldet. Die Innenraum-Ästethik hingegen liegt gefühlte Welten über dem der Toyota Priis, ist wertiger und der Kaufpreisklasse angemessener.

Die Verbrauchskrone bekommt der dieselnde DS5 Hybrid4 nicht aufgesetzt. Objektiv holt man sich mit dem Hybrid, im Vergleich zum nur-Diesel DS5, Nachteile ins Haus: angefangen vom viel höheren Kaufpreis, über die kompliziertere Technik bis zum kleineren Kofferraum. Ein verbrauchs- und abgasarmer leiser Benzinmotor mit Hybridmäntelchen stünde dem DS5 gut. Die im Allgemeinen weniger komplexen, damit preisgünstigeren Benzinmotoren erlaubten einen kostengünstigeren, attraktiveren Einstieg ins Hybrid-Autoleben. Aber auch so: der Hybrid macht Spass.

Jünger der reinen Toyota Hybrid-Lehre (HSD: Hybrid Synergy Drive) schütteln ob des francophilen Dieselstreitwagens den Kopf. Emissionstechnisch ist ein Diesel alles andere als ein Saubermann. Ja, der CO2-Ausstoss ist gering. Aber da kommt noch etwas mehr aus dem Auspuff, z.B. Feinststaub sowie Stickoxide. Hinzu kommt die akustische Emission.

Wer das Thema nicht gar so religiös betrachtet bekommt mit dem DS5 ein Engelchen im Bengelchengewand. Als Stadtauto ist mir der DS5 etwas zu gross und schwer, aber Kilometerfresser haben an dem bequemen Wagen ihre Freude. Innen und aussen anmutig und modern, ist er eine gute Alternative zu deutschen Modellen wie Opel Insignia oder Ford Mondeo. Der DS5 hybrid4 darf Anhänger ziehen, und bietet sogar einen zuschaltbaren Soft-Allradantrieb. Chapeau CITROËN.

Warum gibt es eigentlich keine Soft-Plug-in-Hybrids, sprich so etwas wie den DS5 Hybrid4 mit Minibatterie aber auch Ladebuchse? Ich grämte mich immer wenn ich mit nahezu leerer Hybridbatterie zu Hause ankam, und mit selbiger am nächsten Tag wieder losfahren musste. Und warum gibt es keine ungefähre Restkilometeranzeige für die Hybridbatterie, statt nur Kapazitäts-Balken?

ADAC autotest- CITROËN DS5 Hybrid4 SportChic (PDF)

CITROËN Bedienungsanleitungen

mein-auto-blog – CITROËN DS5 Hybrid Fahrbericht

passiondriving.de – Citroën DS5 Hybrid4 Fahrbericht – ein Exot auf Selbstfindung

spritmonitor.de – DS5 hybrid4

radical – Fahrbericht CITROËN DS5 – Annäherung ans Göttliche

Wikipedia – Audi A4 Avant duo

Wikipedia – CITROËN DS

 

Das Fahrzeug wurde freundlicherweise von CITROËN Schweiz zu Testzwecken gestellt.





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