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Energie die bewegt


IAA 2013 – Tag 2


Posted on 11.09.2013 , by Oliver Zechlin in Messe & Ausstellung . No Comments

IAA 2013 – Tag 2

Mein erstes Ziel am Morgen: BMW in Halle 11. Dort waren nicht nur MINI, Rolls Royce, Ducati und normale BMWs zu sehen – sondern auch eine halbe Monatsproduktion BMW i3. Der i8 war natürlich auch da. Aber das ist für mich ein naja-Auto – weiss noch nicht was ich davon halten soll, speziell im Leistungsvergleich zum TESLA S. Bei Beschleunigung und Reichweite geben die sich nicht viel. Den riesigen X5 eDrive Concept mit Benzinmotor finde ich furchtbar. Anders der i3. Als während der Presseshow eine Handvoll i3 mit Scheinwerferlicht nebeneinander durch die Dunkelheit auf die Tribüne zufuhren dachte ich mir „cool, kenne ich – sieht wie mein Audi A2 aus“. Der i3 begeistert mich. Frisch geschlüpft, und doch schon erwachsen wirkend. Einfacher Einstieg, gute Sitzposition. Ellbogen am offenen Fenster ist etwas hoch, aber mei. Die hinteren Passagiere müssen hoffen dass ihnen Kühle aus der Klimaanlage zugedacht wird – es gibt ja keine Fenster zum Öffnen. Die hintere Türe lässt sich nicht versehentlich öffnen solange die vordere Türe noch zu ist. Die vordere Türe lässt sich auch nicht schliessen, solange die hintere Türe noch offen ist. Ich fragte ob es einen i3 mit Range Extender vor Ort hätte, mir wurde gesagt „leider nicht“. Mittlerweile sah ich allerdings ein Foto welches andere Bände spricht: die vordere Tankklappe eines ausgestellten i3 verriet den Verbrennungsmotor. Während der Messe wohnte ich bei Freunden in Bad Homburg. Im Quartier wohnen sehr gut verdienende Menschen, mit dem üblichen Fuhrpark Cayenne Turbo S, Mini Cabrio, Family Van. Dort, im urbanen Umfeld mit viel Geld aber konservativer Einstellung kann ich den BMW i3 sehen. Am Ende muss dafür der MINI weichen. Den TESLA S kann ich mir hier wiederum schwer vorstellen. Zu konservativ-konformistisch dünkt mich das hiesige FDP-wählende Klientel. Zu Hause in Zug, und natürlich auch Zürich, sieht es wiederum anders herum aus. Dort sehe ich vor meinem geistigen Auge eher den TESLA S als den i3.

Bei FORD wurde der Focus Electric und der C-Max Energi versteckt. Der Focus schämte sich wohl ob seines aufgerufenen Preises von über 40k€ und dem Batteriebuckel im Kofferraum (selbst der Leaf lachte da hämisch). Nett beim Focus: der Ladetankdeckel schwingt im Kreis auf.

Opel und Chevrolet hatten Ampera und Volt am Stand. Opel verkündete ja jüngst eine deutliche Preissenkung. Vom Chevy Volt hörte ich dergleichen noch nicht. Während Chevrolet in Genf noch den Spark EV zeigte, war von diesem in Frankfurt nichts zu sehen.

Auch die Japaner und Koreaner hielten sich was EVs anging höflich zurück. Chinesische Automobilhersteller waren weniger präsent, also noch in Genf. QOROS fehlte. BYD fehlte.

Bei Renault erkundigte ich mich (bei einer für mich vom Standpersonal herbeigeholten Dame) nach dem Notlader für den ZOE. Der dortige Prototyp war ihrer Aussage nach von Mennekes (die vorgeben davon nichts zu wissen), und lädt mit 10-14 Ampere. In Deutschland soll es bislang überall funktioniert haben. Auf den Markt kommt der Lader im Frühjahr für die wohl produkttypischen 500 Euro. Die Dame von Renault erzählte mir weiterhin das an einer kurzfristigen Lösung wg. der milchig-trüb-spiegelnden Windschutzscheibe gearbeitet wird. Zunächst kommt eine Auflage, dann später ein neue feste Cockpitabdeckung. Sie meinte sie hofft HQ noch davon überzeugen zu können das die Nachrüstlösung auch für Bestandskunden gratis sein wird.

Bei Webasto und Eberspächer fragte ich nach Standheizungen für frierende Elektrofahrer(innen). Ich las schon des öfteren das der Einbau Fahrern von i-MiEV und Co. verweigert wurde. Bei Webasto beschied man mir das eine Standheizung nicht zugelassen werden muss. Es gibt Vorschriften was Heizungen an sich angehen, auf Herstellerseite. Dies betrifft z.B. die Fähigkeit in einer bestimmten Zeit eine Scheibe frostfrei zu bekommen. Bei Eberspächer wurde man genauer: Das Problem liegt auf Einbauer-Seite und die Haftung durch den Einbaubetrieb für den notwendigen Treibstofftank. Wer haftet wenn der Treibstoff bei einem Unfall in Brand gerät? Sie hätten allerdings eine Lösung für i-MiEV und Co. Ein klein wenig teurer als die normale Nachrüstungsätze da ein weiteres Materialstück benötigt wird, aber sie geben Einbauern gerne Auskunft über das wie und wo. Bei deren Lösung wird der Tank hinter die Hinterachse platziert. Ich fragte weiterhin nach „Heizungsgeruch“ im Smart ED. Dieser hat eine rein-elektrische Heizung (die Drillinge haben eine Wasserheizung) eines Mitbewerbers. Der Geruch entsteht durch „Verbrennung“ von Staub und anderen Ablagerungen auf dem Heizelement. Mein Standgegenüber vertrat auch die Ansicht dass eine Wärmepumpe i.A. (klimazonenabhängig) wohl die effizienteste Lösung wäre. Für eine Innenraumaufheizung (bei vorhandener Grundwärme wird es weniger) werden immer 5 kWh benötigt. Was auch bedacht werden muss: in einem Fahrzeug herrscht ein hoher Luftaustausch vor, auch wegen der Feuchtigkeit und Gerüche im Wagen.

Der VW e-up und auch der e-Golf machten ebenfalls eine sehr gereiften Eindruck auf mich. Ich bin gespannt. Mei, der e-Golf ist ein (langweiliger) Golf. Der e-up ein up. Aber das ist ja nicht verkehrt. Der up punktet mit geringem Gewicht. Laut Fahrberichten soll er ein Sparbrötchen was Verbrauch angeht sein. Wie gesagt, ich bin gespannt. Immerhin gibt es ihn auch mit grossem Schiebedach (das optionale Schiebedach des i3 ist übrigens zweigeteilt und wirkt klein). In den XL1 lässt sich erstaunlich gut ein- und aussteigen (gut, TESLA Roadster Training half). Das Innensitzgefühl ist auch ordentlich. Einen Blick wert: das Türdisplay welches den Rückspiegel ersetzt.

Der kleine TESLA Stand war auch am zweiten Pressetag sehr stark frequentiert. Ab dem 12.9. sind auch Testfahrten vor Ort möglich (Halle 10). Dort steht auch ein funktionierender Supercharger. Wohl der erste in Deutschland, aber nach der IAA ohne festes Zuhause.





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