AQQU

Energie die bewegt


Auto Zürich Car Show 2013


Posted on 02.11.2013 , by Oliver Zechlin in Messe & Ausstellung . No Comments

Auto Zürich Car Show 2013

Volkswagen klotzte: schon vor dem Eingang zur Messehalle wurde das volle Elektromobiltätsfeuerwerk abgefackelt. Im VW Zelt konnte der e-UP, e-GOLF sowie der XL1 bestaunt werden, sowie eine Probefahrt mit einen der fünf! bereitstehenden e-UPs gebucht werden. Die fünf e-UPs wurden via CCS Ladung mittels Evtec coffee&charge und mobiler Ladehardware frisch gehalten. Plattformtechnisch verständlich, gefühlt nicht zeitgemäß wird der e-UP mittels Zündschlüsseldreh gestartet. Die Fahrleistungen des elektrifizierten UPs gefielen mir auf der innerstädtischen Testrunde. Im Vergleich zum kürzlich gefahrenen 75 PS UP zeigte sich eine Ähnlichkeit zur Smart-Familie: Der Smart ED federt deutlich besser und liegt satter auf der Strasse als seine Verbrennerbrüder. Dies ist auch bei den UPs so. Der e-UP ist das erwachsenere Modell der Palette. Die 80 elektrischen PS mögen auf dem Papier nur fünf mehr sein als beim 75 PS Dreizylinder, erfahrene Elektromobilisten wissen natürlich das der Explosionsmotor keinen Stich macht. Von (Lauf-)Ruhe mal ganz abgesehen. Bei den heute kühlen Temperaturen machte die e-UP Heizung gute Arbeit, eine Lenkradheizung gibt es leider nicht. Dafür hat der e-UP eine beheizte Windschutzscheibe. Selbst bei dem während der Proberunde grauen Hochnebel waren die die Frontscheibe durchziehenden Heizdrähte wahrzunehmen. Ich muss zugeben, diese allerdings erst nach Erwähnung des Glaswärmers durch den VW Beifahrer gesehen zu haben. Der klassische Schalthebel kann durch ganz nach hinten ziehen in die B-Stellung gebracht werden. Bei dieser rekuperiert der Elektrovolkswagen besonders stark – und warnt den rückwärtigen Verkehr durch sein aufleuchtendes Bremslicht. Durch erneutes nach ganz hinten ziehen wird zurück auf D geschalten (alternativ durch zweimaliges nach vorne drücken, aber da muss man schon mehr acht geben als beim nur nach hinten ziehen). Der Schalthebel kann weiterhin nach links-/rechts gekippt werden, und so zwischen drei weiteren Rekuperationsstufen gewählt werden. Wer braucht heute noch eine Bremse? Der UP rollt auch ohne diese nicht aus dem Stillstand davon. Neben den sechs vor der Halle stehenden e-UPs gab es einen weiteren auf normalen VW Messefläche. Mehr hatte keiner. Der e-UP wird in der Schweiz von zwölf AMAG (Schweizer Importeur der Volkswagen-Gruppe Marken) Vertriebspartnern verkauft. Bei diesen wird natürlich auch eine CCS Lademöglichkeit bereitstehen.

Selbst ohne VW: Einen Mangel an Elektroautos hatte es auf der Zürich Auto nicht!

Mitsubishi zeigte neben dem bewährten i-MiEV, der nun mit e-UP ernste Konkurrenz bekommt, die Schweizer Premiere des Outlander PHEV. Der Plug-in Hybrid SUV wird hiesig wegen seinem attraktivem Preis und Allradantrieb wohl viele Käufer finden. Auf der IAA war noch ein bodenständigeres US-Vorserienmodell zu sehen, mit einfacherem Innenraum und ohne CHAdeMO-Lademöglichkeit. Das in Zürich ausgestellte Europamodell mit 12 kWh Batterie hatte nun Serienqualität und wird bereits bald ausgeliefert. Auf die Batterie und Elektrik gibt es in der Schweiz 5 Jahre oder 100.000 km Garantie.

Bei Smart war neben der IAA ForFour Designstudie der bekanntbewährte Smart ED zu sehen. Mit diesen wurde auch für das Zürcher Car Sharing Projekt Sharoo geworben. Bei Sharoo werden Privatfahrzeuge, in diesem Fall Elektrofahrzeuge, als Car Sharing Flotte genutzt.

TESLA blieb deren Messekonzept treu: weniger und schlichter geht nicht. Spart Geld und fokussiert auf das beste (Elektro-)Auto der Welt, den TESLA S. Dieser war im schwarzen Lack ausgestellt und zog sehr viele interessierte Besucher in seinen Bann. Ein ordentliches Foto vom Wagen war wegen der Besucher nicht möglich. Vor Ort waren auch Probefahrten möglich. TESLA S Fahrer können bald in Gruyere in der Westschweiz gratis und mit Stromlichtgeschwindigkeit am ersten SuperCharger der Schweiz laden.

Nebenan am großen BMW-Stand zwei Elektrobajuwaren: der C Evolution Motorroller, sowie die Schweiz-Premiere des i3. Letzterer war unauffällig inmitten der normalen Fahrzeuge platziert. Der i3 wurde wohl besonders wegen dessen ungewöhnlichen Türkonzepts ausgiebig im Stillstand getestet. Wie auch die Volkswagenelektrofahrzeuge kann der i3 mit einer CCS-Gleichstromoption geordert werden. Und wie auch bei Volkswagen / AMAG gibt es den i3 auch in der Schweiz nicht bei jedem grossen BMW Händler.

CCS ist das rote Tuch der Gleichstromschnellladung bei deutschen Elektrofahrzeuginteressenten. Unnütz, zu teuer, und nicht verfügbar. Sehe ich auch so, TESLA zeigt ja was mit einem normalen Typ 2 Stecker machbar ist. Ein Argument sticht in der Schweiz allerdings nicht: in absehbarer Zeit wird es eine ausreichende Laderdichte geben. Die im Rahmen des EVite-Projektes installierten Ladesäulen werden sehr wahrscheinlich auf CHAdeMO / CCS / Typ 2 umgerüstet. Es gab sogar schon Ende 2012 eine solche Säule, an der Raststätte Kölliken. Mangels verfügbarer Fahrzeuge wurde CCS dann bei dieser bald wieder demontiert. Nun ist es dann soweit. Die meisten der EVite-Säulen werden allerdings auch nur 22 kW liefern, weit weniger was CHAdeMO oder CCS theoretisch könnten. Für 22 kW Ladeleistung täte es dann auch ein Wald-und-Wiesen Typ 2 Anschluss. Dumm nur, dass weder VW noch BMW einen entsprechend leistungsstarken Lader, zumindest optional, liefern wollen! Die bei amag installierten CC Lader werden wohl auch Kunden zur Verfügung stehen, hiess es auf der Messe. Von BMW war nichts zu erfahren.

Während Toyota seinen Reigen an Hybriden zeigte, war der Prius Plug-in absent. Dafür war der teuerste Plug-in Import der Emil Frey Gruppe gleich zweimal vertreten: der Karma Fisker. Selbstredend waren auch die Plug-ins Chevrolet Volt und Opel Ampera vertreten.

Ungeliebtestes Elektrokind der Messe, zumindest in der Zeit in der ich vor Ort war: der Ford Focus Electric.

Bei Renault war neben einem weissen ZOE der Twizy im Serienkleid als auch Formel 1 Konzeptdress zu bewundern. Nebenan bei Nissan gefiel der 2013er Leaf Tekna mit nun schwarzem Interior den Schweizer Messebesuchern.

Mit der Tram fuhr ich elektrisch zurück zum Bahnhof. Auf dem Weg dorthin sah ich einen ZOE mit Argauer Kontrollschild vorbeizischen. Elektromobilitat ist angekommen.





Schreibe einen Kommentar