AQQU

Energie die bewegt


Auto-Salon Genf 2014


Posted on 04.03.2014 , by Oliver Zechlin in Messe & Ausstellung . No Comments

Auto-Salon Genf 2014

Während auf dem Genfer Automobil-Salon 2013 noch 10% der rund 900 am Salon ausgestellten Fahrzeuge Emissionen unter 100g CO2/km aufwiesen, sind es dieses Jahr nur noch über 65 Modelle. Dies entspricht einem Rückgang von 2,8% auf 7,2%. Modelle, die mit alternativer Energie angetrieben werden oder weniger als 95 g/km CO2 ausstoßen: „Grüne Vision

Alle umweltfreundlichen und emissionsarmen Fahrzeuge, die am Salon ausgestellt sind und nicht mehr als 95 g CO2/km ausstossen, wurden in einem vom Automobil-Salon und EnergieSchweiz gemeinsam erarbeiteten Faltblatt zusammengefasst. Dieses ist am Eingang des Salons erhältlich.

Eine Rundstrecke für Elektrofahrzeuge hat in der Fahrzeughalle 1 auf sehr überschaubaren 870 m2 Platz gefunden. Die Besucher können vor Ort Beschleunigung, Komfort und Motorenstille  erfahren und erhalten Auskunft zu Gebrauch und Unterhalt der modernen Cityflitzer von den Herstellern BMW, Citroën, Mitsubishi und Renault.

Lesson learned: der erste Pressetag, und damit der erste Öffnungstag, ist nur empfehlenswert wenn man Pressevorstellungstermine wahrnehmen möchte (welches meist inhaltsarmes Marketing-bla-bla ist). Am ersten Tag sind nämlich an einigen Ständen noch nicht alle Fahrzeuge ausgestellt da deren Platz für die Presseaktivitäten benötigt wird.

Audi
Audi zeigte ohne grösserem Aufhebens den bereits von der IAA bekannten roten A3 Sportback e-tron. Seine Präsentation wirkte auf mich wie „wir müssen, wollen aber nicht“.

BMW
Neben dem zugänglichen i3 wurde auch der i8, allerdings noch immer eingezäunt, gezeigt. Besonderheit beim i8: weltweit zum ersten Mal in einem Serienfahrzeug sind die von BMW entwickelten optionalen Laserlicht-Scheinwerfer mit dreifacher Lichtstärke, verdoppelter Fernlichtreichweite und lt. BMW sehr geringem Energieverbrauch verbaut. Aktiv gezeigt wurde das Licht jedoch nicht. Den X5 Plug-In Hybrid konnte ich nicht entdecken. Dito auch keine weitere Plug-In Aktivitäten. Auch vom Mini-E war nichts zu sehen.

Cadillac
Der teure Bruder des Chevy Volt, der Cadillac ELR, soll wohl erst 2015 nach Europa kommen. Dann mit geändertem Innenraum und evt. europaangepasstem Antrieb (es hiess, man macht noch eine Bedarfsanalyse).

Chevrolet
Kein Volt mehr, nur noch Modelle mit grossen fossilen Explosionsknallzerstäubern.

e’mobile
Seine Premiere in Genf feiert der FULU Meteor E.T. aus China, wo er serienmässig hergestellt wird. Wer schon einmal in einer chinesischen Fertigung war: das Papa-Mobil-Wägelchen hatte den typischen China-Geruch. Das Kleinmotorfahrzeug wird kurz vor den Sommerferien in der Schweiz erhältlich sein. Der nur 2,25 Meter lange Zweiplätzer braucht 3,2m² und damit 24% weniger Parkfläche als ein Smart. Das Fahrzeug erreicht mit seinen altmodischen Bleibatterien bei Tempo 40 km/h eine Reichweite bis zu gut 100 Kilometer. In der Schweiz erhältlich ist es zu einem Preis ab knapp CHF 10‘000. Wer ist die Zielgruppe?, warum tut man sich den Import eines solchen Fahrzeuges an?

Als Vorreiter im Bereich der Elektromobilität in der Schweiz präsentiert Groupe E dieses Jahr auf dem Autosalon das öffentliche Ladenetz MOVE. MOVE Ladesäulen sind in der gesamten Schweiz für alle Standard-Elektrofahrzeuge zugänglich. Das Identifizierungssystem an der Ladesäule ist flexibel und ermöglicht es MOVE-Nutzern, ihr Fahrzeug durch RFID Karte, über eine Hotline oder eine Smartphone-App aufzuladen. Diese App bietet auch die Möglichkeit, die nächste Station zu orten und deren Verfügbarkeit zu überprüfen, so dass sich der Nutzer von seinem Navigationssystem direkt bis zur nächsten freien Ladesäule leiten lassen kann. Für Nicht-Mitglieder wird das Laden per SMS bezahlt. Dies funktioniert allerdings nur mit Schweizer SIM-Karten, was mit dem Erwerb von einer Prepaid-SIM für ausländische Ladeaspiranten lösbar ist. Kürzlich wurden Renault Z.E. Händler (bzw. deren Lademöglichkeiten) in den MOVE Verbund mit aufgenommen. Die 7 CHF Ladegebeühr gelten derzeit für alle SMS-Lader – wobei es sein kann das für Tesla S wegen deren grosser Batterie eine spezieller Tarif eingeführt wird.

Mit der Untersuchung «KORELATION» wertet der Verband e’mobile die Praxiserfahrungen von ca. 200 Nutzerinnen und Nutzern von Elektroautos aus. Damit überprüft er erstmals in der Schweiz empirisch, ob sich die Vorurteile gegenüber Elektroautos heute entkräften lassen. «KORELATION» (Kosten – Reichweite – Ladestationen) wertet ein Jahr lang die Alltagserfahrungen aus. Es handelt sich um eine der grössten markenunabhängigen Studien dieser Art in Europa. Unterstützt wird sie vom Bundesamt für Energie im Rahmen seines Programms EnergieSchweiz und von mehreren Unternehmen. Anlässlich des Genfer Auto-Salons wurde nun der erste Zwischenbericht präsentiert: PDF

Ford
Ford zeigte je einen der Gattung rein Elektrisch (der altbekannte zu teure Focus Electric), Plug-in Hybrid (C-Max) und Hybrid (Fusion). Was mir am C-Max gut gefällt: der Ladedeckel dreht sich seitlich, parallel zur Karosserie auf. Weniger gefällt mir hingegen (wie auch beim Focus Electric) der aufgesetzte, den Kofferraum stark einschränkende, Akku.

Giugiaro
Ob Ferdinand P. der Altvordere davon wusste? Die flügelbetürte Kompakt-Van-Studie der mittlerweile zum Volkswagen-Konzern gehörenden Designschmiede setzt auf elektrischen Allradantrieb. Zwei Elektromotoren, einer an der Vorder- und einer an der Hinterachse, leisten jeweils 110 kW. Die Reichweite soll rund 540 Kilometern betragen.

Kia
Mein Messefavorit: der Kia Soul EV. Im Design der erst kürzlich eingeführten zweiten Modellreihe des Kia Soul präsentiert sich der Kia Soul EV. Er wird nach seinem Produktionsbeginn in der zweiten Jahreshälfte 2014 der erste weltweit eingeführte Elektro-Kleinwagen des koreanischen Herstellers sein. Der Soul EV hat einen elektrischen Vorderradantrieb und ist mit einem 27 kWh starken Lithium-Ionen-Polymer-Akku ausgestattet, mit einer Energiedichte von 200 Wh/kgt. Die Ladeleistung beträgt 50 kW bei CHAdeMO und 6.6 kW bei Typ 1. Ob es bei den 6.6 kW in D-A-CH bleiben wird, oder ob dort der Ladeleistungsschlussstrich bei 3.7 kW gezogen wird, muss sich noch zeigen. Der 81,4 kW starke Elektromotor stellt ein max. Drehmoment von 285 Nm bereit. Die Reichweite beträgt (auf dem Prüfstand) bis zu 200 Kilometer. Der Soul EV nutzt modernste Technologie im Bereich Heizung, Lüftung und Klimaanlage. Letztere kann – eine Weltpremiere – so reguliert werden, dass nur wirklich besetzte Plätze temperiert werden. Ausserdem ist der Soul EV mit einem regenerativen Bremssystem mit vier Modi sowie mit einer Heizung für den Akku ausgestattet. Auch für den Soul EV gilt die, auch für die Batterie geltende 7-Jahre-Kia-Garantie (für die ersten 150 000 km). In die Schweiz kommt er vielleicht noch 2014, aber wohl eher 2015. Als ich den Soul begutachtete wurde er gerade von einem Mitsubishi-Ingenieur „gebenchmarked“. Das Infotainment-System reagierte flüssig und wies Einstellungsmöglichkeiten wie „Reichweitewarnung ab x Prozent“ auf. Eine online-Verbindungsmöglichkeit konnte ich im Menü nirgends entdecken. Gut gemacht: der Ladedeckel schwingt seitlich auf, und steht nicht vandalenfreundlich wie ein Scheunentor „im Wind“. Der Kofferraum ist ca. 63 cm tief, die Ladekante ist ungefähr auf Mitsubishi Outlander PHEV Niveu: 73 cm.

Mercedes-Benz
Ein Opfer des ersten Pressetages: B-Klasse Electric Drive. Dieser wird erst ab Tag 2 zu bestaunen sein. Ausgestellt ist weiterhin das Plug-In „bling bling“ Flagschiff, der S 500 Plug-In Hybrid.

Mitsubishi
Der i-MiEV teilt das Schicksal der Mercedes B-Klasse und wird erst ab dem zweiten Tag ausgestellt sein. Die Heimstromversorgungslösung vom letzten Auto-Salon ist nicht mehr zu sehen. Es ist sehr unwahrscheinlich das Mitsubishi die Vehicle-2-Grid Lösung nach Europa bringt. Die Bühne gehörte den Concept Cars. Leider war der i-MiEV Konzept des vergangenen Jahres nicht mehr dabei, die Formsprache lebt jedoch in den diesjährigen grossern Brummern weiter. Auf Wunsch des Mutterhauses in Japan bestand das Gros der Ausstellungsfläche (ab Tag 2 anders besetzt) aus mehreren Outlander PHEV: Bereits kurz nach seinem Marktstart wurden vom  Outlander mit Plug-in-Hybridantrieb mehr als 15.000  Fahrzeuge verkauft (Stand 1. Februar 2014).

Beim Concept XR-PHEV handelt es sich eine kompakte SUV-Crossover-Studie mit coupéartigen Designmerkmalen. Der Fronttriebler besitzt ein Hybridsystem – bestehend aus einem 1,1-Liter-Turbotriebwerk mit Benzindirekteinspritzung und variabler Steuerzeitenverstellung („MIVEC“), einem kompakten Leichtbau-Elektromotor und einer leistungsstarken Batterieeinheit. Eine Größenordnung darüber rangiert der allradgetriebene Fullsize-SUV Concept GC-PHEV, ebenfalls mit Plug-in Hybridtechnik. Für die Geländefähigkeiten eines vollwertigen Allround-SUVs sorgt in diesem Fall ein aufgeladener 3,0-Liter V6 „MIVEC“-Motor, der mit einem Hochleistungs-E-Antrieb und einem achtstufigen Automatikgetriebe kombiniert ist.

Nissan
e-NV200:  Zum Verkaufsstart im Juli 2014 ist der Nissan e-NV200 als Transporter sowie als fünfsitzige Pkw-Variante (Kombi oder Evalia) verfügbar. Obwohl der e-NV200 vorwiegend für Gewerbetreibende gemacht ist, ist er auch für Privatkunden mit grosser Familie eine attraktive Alternative. Während der e-NV200 auf dem Leaf basiert, wurde der Leaf Schaltknubbel leider nicht übernommen. Der konventionelle Wahlhebel erleichtert Fahrern, die häufiger zwischen einem konventionellen Fahrzeug und dem e-NV200 wechseln, die Umgewöhnung – sagt Nissan. Geändert wurde im Vergleich zum Leaf die Bauform der Lithium-Ionen-Batterie, um sie ohne Beeinträchtigung des Laderaums unter dem Fahrzeugboden des e-NV200 unterbringen zu können. Trotz des veränderten Packagings besteht das Batteriepaket, das im Nissan Werk Sunderland produziert und in Barcelona montiert wird, wie im Leaf aus 48 Modulen und weist die gleiche Kapazität von 24 kWh auf. Die Batterie kann über Nacht mit einem Einphasen-Stecker (16 Ampere, 3,3 kW) aufgeladen werden; an einer 32 Ampere/6,6 kW Steckdose lässt sich die Ladezeit auf vier Stunden reduzieren (allerdings wohl wieder nicht in D-A-CH wo der Leaf Lader auf 3,3 kW limitiert ist). Noch schneller geht es an einer CHAdeMO Schnellladestation (50 kW). Ein Typ2 Anschluss ist nicht vorhanden. Die Batterieeinheit ist unter dem Fahrzeugboden unterhalb des Laderaums in einem zusätzlich verstärkten Bereich untergebracht. Dadurch stieg die Verwindungs- und Quersteifigkeit der Karosserie gegenüber dem NV200. Eine weitere Änderung beim Antriebsstrang im Vergleich zum Leaf ist das neue Bremssystem mit leistungsfähigerer Rekuperation. Damit reagiert Nissan auf die zu erwartenden hohen Einsatzzeiten des e-NV200 im Stadtverkehr mit häufigen Starts und Stopps. Zusätzlichen Komfort bringt der serienmäßige Berganfahrassistent: Er hält den Bremsdruck nach Lösen des Bremspedals noch für zwei Sekunden aufrecht und verhindert damit ein Zurückrollen beim Anfahren.

BladeGlider Concept: Inspiriert vom Elektrosportwagen ZEOD RC, der in diesem Jahr beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans aus der Garage 56 für innovative Antriebskonzepte startet, kombiniert der BladeGlider eine schmale vordere Spur mit einer eigenständigen Dreiecksform im Stile von gepfeilten Flugzeugtragflächen und bietet damit eine herausragende Aerodynamik. Die Anordnung der Elektromotoren und Lithium-Ionen-Batterien zwischen den Hinterrädern sorgt für eine perfekte Gewichtsverteilung.

Keine Neuigkeiten beim Leaf, vom ebenfalls gezeigten Leaf Autonomous Drive mal abgesehen.

Opel
Ampera: auch dieser ein ungeliebtes Tag 1 Modell. Ab Tag 2 soll auch dieser am Opel Stand vertreten sein.

Peugeot
Die Hybrid-Air-Technologie, ein Antriebsstrang, der einen Benzinmotor mit einem Druckluftantrieb verbindet wird von der PSA-Gruppe voraussichtlich ab 2016 in PKWs und leichten Nutzfahrzeugen eingesetzt. Der Druckluftantrieb, der mit der beim Bremsen oder Verzögern zurückgewonnenen und in der Druckluft gespeicherten Energie arbeitet, unterstützt oder ersetzt den Dreizylinder-Benzinmotor der auf seinen idealen Betriebsbereich hin optimiert wurde. Das Druckluftsystem besteht aus einem Hochdruckspeicher im Mitteltunnel, einem Niederdruckspeicher auf Höhe der Hinterachse und einer Motor-Pumpen-Einheit am Getriebe. So werden das Innenraumangebot und die Variabilität des Fahrzeugs durch den Hybrid-Air-Antriebsstrang nicht eingeschränkt. Dem Fahrer stehen drei Betriebsmodi zur Auswahl: Luftbetrieb (ZEV), Benzinbetrieb und Mischbetrieb.

Porsche
Der Porsche Panamera S E-Hybrid bekam hybridisierte Gesellschaft vom neuen 919 Hybrid.

Quant
Quant E-Sportslimousine: was soll man davon halten? Das jetzige Fahrzeug dient als Forschungsvehikel. Das Besondere ist auch nicht das Fahrzeug mit weit aufschwingenden Flügeltüren (bei der Presse-Demonstration mochten diese nicht durch die, ach wie fortschrittliche, Smartphone-app aufgehen), sondern die angeblich verwendete Nano-Redox-Flow Batterie. Über diese wurden jedoch nur sehr wenige Worte verloren. 2015/2016 soll das Fahrzeug eine Strassenzulassung erhalten, und dessen Antrieb „zertifiziert“ werden. Es wird allenfalls eine Kleinstauflage geben. Der angebliche 920 PS Tesla Killer ist noch weit davon entfernt ein solcher zu sein.

Renault
Z.E. Notladekabel: Es ermöglicht den ZOE sowohl mit zehn Ampere als auch an modernen, leistungsfähigeren Elektroinstallationen mit 14 Ampere Ladestrom zu laden. Für die sichere Ladung mit 14 Ampere umfasst das Optionspaket zusätzlich eine leistungsangepasste Schuko®-Steckdose mit integriertem Umschalter sowie einen Schutzschalter.

Kangoo Z.E.: auch hier leider keine Neuigkeiten den Lader betreffend, er lädt weiterhin nur langsam.

Twizy Cargo: Mit dem neuen Twizy Cargo erweitert Renault sein Elektrofahrzeug-Angebot um eine praktische Microtransporter-Variante – ideal für urbane Lieferdienste oder Berufspendler mit erhöhtem Transportbedarf. Das 156 Liter fassende Ladeabteil (nach VDA Norm) ist anstelle des Rücksitzes montiert und durch eine abschliessbare Hecktür gut zugänglich. Der rein elektrisch betriebene Twizy Cargo ist in der Schweiz ab März 2014 und ab 9’990 CHF exkl. MwSt. (13 kW/18 PS, 80 km/h Höchstgeschwindigkeit) erhältlich.

ZOE: die Frontscheibe trübte noch immer das Bild. Ich versuchte Information bzgl. der angekündigten Verbesserungsänderung zu erhalten – aber auch hier: stochern im Nebel.

Rinspeed
In naher Zukunft soll autonomes Fahren Realität werden. Während die großen Autobauer der Technik am Auto den Feinschliff geben, stellt die Schweizer Ideenschmiede Rinspeed den Menschen im Auto ins Zentrum des selbstfahrenden Autos. Auf dem Autosalon Genf 2014 präsentiert Rinspeed als Weltpremiere der Öffentlichkeit die Studie „XchangE“, die zeigt, wie uns das Auto – in doppeltem Sinne – in wenigen Jahren bewegen wird. Frank M. Rinderknecht formuliert den Status quo so: „Bis heute hat kaum jemand das Thema aus Sicht des Fahrers konsequent zu Ende gedacht. Schließlich muss ich während der autonomen Fahrt nicht weiter wie gebannt auf die Straße schauen, sondern kann mich sinnvollen Dingen zuwenden“. Und stellt dann die entscheidende Frage: Wie muss der Fahrzeuginnenraum gestaltet sein, damit der nun weitgehend entlastete Fahrer den Zeitgewinn optimal nutzen kann? Die Antwort darauf liefert das eidgenössische Unternehmen anhand einer vollelektrisch angetriebenen Reise-Limousine, die auf den Namen „XchangE“ hört und auf dem Tesla S basiert. Der Rinspeed „XchangE“ ist bereits das zwanzigste Konzeptfahrzeug des eidgenössischen „Think Tanks“ und „Mobilitätslabors“.

Smart
Viele bunte Smarties, eine Handvoll auch als ED. Ansonsten nichts Neues, der ED wird auch nach Vorstellung des neuen Smart ForTwo (welcher nicht in Genf präsentiert wurde) erstmal weiterhin auf der 451er Plattform gebaut werden.

Tesla
Model S: Wegen der Aufwertung des Schweizer Franken gegenüber dem Dollar im Verlauf der zurückliegenden Monate senkte Tesla den Preis des Model S in Schweizer Franken, um ihn dem aktuellen Wechselkurs anzupassen. Das Schweizer Servicepaket mit erweiterter Garantie wurde aus dem Fahrzeugpreis gelöst, und ist nun optional. Es ist nach wie vor nicht notwendig ein Servicepaket zu kaufen oder regelmäßige Wartungstermine mit dem Tesla-Service einzuhalten, damit der Anspruch auf Teslas Garantie erhalten bleibt.

Der diesjährige Stand hatte ungefähr die sechs- bis achtfache Fläche i.Vgl. zum letzten Auto-Salon. Bemerkenswert auch die grosse Anzahl an präsenten Mitarbeitern. Eine Pressemitteilung gab es dieses Jahr nicht (die vom vergangenen Jahr mit Elon Musk blieb mir sehr positiv im Gedächtnis haften), es gab nichts Neues zu erzählen. Erstaunlich wie gerne der Tesla S noch immer ausgebiebig probegesessen und umlagert wird.

Toyota
Als Innovation wurde das futuristische FV2 Concept Vehicle gezeigt. Weiterhin der Brennstoffzellen-Hybrid in seriennaher Limousinenform als Demonstrationsmodell im Längsschnitt. Dafür wurde, zumindest heute, kein Prius Plug-In ausgestellt. Die Fläche gehörte (heute) dem neuen Aygo.

Volkswagen
Golf GTE: Präsentation des Golf als Plug-In Hybrid. Spannender wird in meinen Augen der Passat Plug-In Kombi welcher 2015 auf den Markt kommen soll. Weiterhin wurde der e-Golf gezeigt. VW bringt mit dem e-Golf das zweite Elektrofahrzeug innerhalb eines halben Jahres auf den Markt. Der e-Golf wird mit nur 12,7 kWh Verbrauch angegeben. Die Reichweite des liegt je nach Streckenprofil, Fahrweise und Zuladung zwischen 130 und 190. Mit seiner verbesserten Aerodynamik (cw=0,281) und Rollwiderstandes ist der e-Golf über 15 Prozent sparsamer als der beste direkte Wettbewerber in Stahlbauweise. Sagt VW, und meint wohl den Nissan Leaf. Der e-Golf ist der erste Volkswagen mit Voll-LED-Scheinwerfer in der Serienausstattung. Weiterhin bemerkenswert: die beheizbare Frontscheibe. Damit soll wohl auch beschlagenen Fenstern ans Leder gegangen werden, arbeitet die Klimaanlage doch mit reduzierter Leistung. Von einer Wärmepumpe schreibt VW nichts, soll aber wohl nach den Werksferien verfügbar sein. Der e-Golf Elektromotor leistet 85 kW / 115 PS mit einem Drehmoment von maximal 270 Nm. Binnen 4,2 Sekunden erreicht der e-Golf eine Geschwindigkeit von 60 km/h, nach 10,4 Sekunden die 100 km/h. Die Preise starten ab 34.900 Euro (inkl. der Batterie-Garantie für 8 Jahre bzw. 160 000 Kilometer, welche wohl auf 70% ausgelegt ist?). Leider lädt auch der e-Golf nur langsam – eine schnelle Dreiphasenladung ist nicht vorgesehen. Und leider versäumte der e-Golf reichweitentechnisch einen Trumpf auszuspielen, etwas mehr hätte es sein dürfen. So verbleibt der schale Eindruck das VW nur das Nötigste macht. Auch hier wieder keine Option auf mehr Ladeleistung und Reichweite. Seit Jahresbeginn 2014 stellt Volkswagen, zumindest in Deutschland, für Kunden des e-up! ein ergänzendes Mobilitätspaket bereit, das auch künftige Besitzer eines e-Golf in Anspruch nehmen können. Damit ist das Anmieten eines Ersatzfahrzeugs in den ersten drei Jahren nach dem Fahrzeugkauf (für einen Zeitraum von bis zu 30 Tagen pro Jahr und inklusive einer gestaffelten Anzahl an Freikilometern) kostenfrei. Um möglichst alle Transport- und Mobilitätswünsche in verschiedenen Alltagssituationen abzudecken, gilt das Angebot eines Ersatzfahrzeugs für Modelle der Marke Volkswagen Pkw – vom up! bis zum Sharan. Die Buchung ist bei allen Volkswagen Partnern für Elektromobilität mit Euromobil-Autovermietung möglich. Ebenfalls wieder ausgestellt, der e-up! sowie XL1 Diesel-Plug-In-Hybrid.

Volvo
Volvo zeigte den bekannten V60 D6 Plug-in Hybrid Kombi.

Mein Fazit
Mit dem Nissan e-NV200 Evalia, dem VW e-Golf, VW Golf GTE als handwerklich soliden Plug-In-Hybrid – und besonders dem KIA Soul EV waren eine Handvoll interessanter neuer (teil-)elektrifizierter Fahrzeuge am Start. Jetzt bin ich auf die ersten Erfahrungswerte zu diesen Autos gespannt. Dazu müssen es diese allerdings erst einmal auf europäischen, bzw. Schweizer Boden schaffen.

 

Spiegel Online hat noch einen mal etwas anderen Artikel über den Auto-Salon, nämlich zum Konzept und den Regeln.

Schritte zurückgelegt: über 17.000





Schreibe einen Kommentar